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Familienplanung: Gibt es den idealen Zeitpunkt für ein Baby?

Familienplanung: Gibt es den idealen Zeitpunkt für ein Baby?
© Getty Images, Sean Gallup

Wann ist die richtige Zeit für Familienplanung

Manuel Cortez wäre dann soweit: "Kinder sind schon länger okay für mich. Es ist nicht geplant, aber wir passen derzeit nicht unbedingt auf. Es passiert, wenn es passiert." Für den 'Let´s dance'-Gewinner, das ließ er die 'Bunte' auch noch wissen, "gehören zu einer Familie nämlich auch Kinder." Cortez und seine Dauer-Freundin Miyabi Kawai (nächstes Jahr feiern die beiden ihr 10-Jähriges) scheinen für sich den richtigen Zeitpunkt gefunden zu haben – sie sind mit Mitte, beziehungsweise Ende 30 reif für ein Baby. Schön, wenn man das so sagen kann. Viele andere Paare, hadern ja mit der Terminfindung und sind permanent auf der Suche nach dem "richtigen Moment", um sich fortzupflanzen. Ist ja auch alles andere als einfach: Bekommt eine Frau früh Kinder, ist sie zu faul zum arbeiten, verschiebt sie die Kinder auf später, ist sie eine karrieregeile Kuh. Schon klar.

Ursula Willimsky

Aber wann ist denn nun der richtige Zeitpunkt für ein Baby? Großmütter und erfahrene Mütter antworten auf diese Frage gerne mit der allumfassenden Antwort: Der ist da, wenn das Baby da ist. Oder schon vorher, wenn zum ersten Mal der Gedanke, Mutter zu werden, ganz konkret wird (oder es eben ungewollt passiert ist und man sich arrangieren muss). Eine andere Fraktion hängt der These an, dass es für Kinder nie "den richtigen" Zeitpunkt gibt und es deshalb eigentlich ganz egal ist, wann man seinen Kinderwunsch in die Tat umsetzt. Ihre Argumentation geht ungefähr so: Entweder der derzeitige Lebensstatus scheint erkennbar ungeeignet für Kinder (man steckt noch in der Ausbildung, ist gerade arbeitslos oder startet gerade erst im Beruf durch) - oder alles scheint ideal, aber es gebe nun mal keine endgültige Sicherheit im Leben. Weshalb es eigentlich egal sei, wann man denn nun Eltern wird.

Aus biologischer Sicht scheinen die, nennen wir es mal, mittleren bis späten 20er-Jahre recht geeignet zu sein für Kinder. Die Fruchtbarkeit liegt meist relativ hoch und Risikofaktoren sind relativ selten. Außerdem gelten Menschen dieses Alters als "erwachsen" und soweit gefestigt, dass sie ein Kind auch großziehen können. Und im Arbeitsleben (siehe: Wiedereinstieg nach Babypause) stehen sie meist auch. In Deutschland werden laut Statistischem Bundesamt Frauen besonders gerne mit 29 zum ersten Mal Mutter.

Den idealen Moment für die Familienplanung gibt es nicht

Für eine Schwangerschaft mit Anfang 20 spricht, dass diese Frauen vielleicht noch einen Hauch mehr "wird schon irgendwie hinhauen"-Gefühl in sich haben. Ältere Frauen riskieren, dass ihre Fruchtbarkeit nachgelassen hat und sich der Babywunsch nicht mehr so ohne weiteres umsetzen lässt. Aber ihnen wird auch nachgesagt, dass sie sehr in sich gesattelt sind, sich entsprechend um ihre Brut kümmern und angeblich auch genug Geld haben, um im Falle des beruflichen Widereinstiegs eine Tagesmutter finanzieren zu können. Wobei der Wiedereinstieg, was ja für die ein oder andere auch nicht unwichtig ist, auf einem höheren Niveau erfolgt als bei einer ganz jungen jungen Mutter.

Die eher politisch angehauchte Fraktion schließlich ist der Meinung, dass der "richtige Zeitpunkt" für ein Baby da ist, wenn auch bei uns skandinavische Verhältnisse herrschen: Kurze Wochenarbeitszeiten, finanzielle Förderung zum Beispiel von Studenten, die Kinder bekommen, feste Arbeitsverträge statt Zeitverträgen (derzeit knapp unter drei Millionen). Eine Gesellschaft, in der Elternschaft die klassische Mutti-arbeitet-Teilzeit-und-Papa-Vollzeit-Mentalität abgelöst hat. Wer als Gebährwillige nicht so lange warten will, muss sich leider früher entscheiden, wann er seine 1,4 statistischen Kinder bekommen will.

Bei einigen Frauen war der "richtige" Moment da, als sie endlich den Mann gefunden haben, mit dem sie sich eine Familie im Cortez`schen Sinne, also mit Kindern, vorstellen konnten. Andere hatten dieses "Genau-das-will-ich-auch"-Gefühl im Urlaub, als sie plötzlich die ganzen Kleinkinder mit ihren Sandschäufelchen nicht mehr nervig fanden, sondern total süß. Andere wussten, dass es soweit war, als sie ihr (Berufs-)Leben eingetütet hatten. Tja- und dann gibt es auch noch die, die "eigentlich" noch gar nicht reif für ein Baby waren und dann ist es halt doch "irgendwie" passiert. Viele von ihnen sagen in der Rückschau, dass die Zeiten extrem hart waren, aber ihnen "trotzdem nichts besseres hätte passieren" können.

Was ist Eure Meinung zu dem Thema? Sollte man den Zeitpunkt, Mutter zu werden, ganz sachlich kalkulieren? Oder vor allem auf sein Herz und seinen Bauch hören? Wie war das bei Euch, als ihr Euch entschlossen habt, ein Baby zu bekommen? Oder als ihr entschieden habt, noch zu warten?

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