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Familiendrama in Neuss: Ehemann auf der Flucht

Fallah Sänger gilt als gefährlich und ist vermutlich bewaffnet

Nach der Tötung einer Mutter und ihrer beiden Kinder in Neuss befindet sich der tatverdächtige Familienvater auf der Flucht – vermutlich bewaffnet. Die Ermittler in Nordrhein-Westfalen fahnden nach dem gebürtigen Iraker Fallah Sänger. "Die Mordkommission hat in der Nacht weiter Spuren ausgewertet und gesichert", sagte der Neusser Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Gegen den 35-Jährigen liegt ein Haftbefehl wegen Totschlags vor. Polizei und Staatsanwaltschaft setzten eine Belohnung von 1.500 Euro für Hinweise auf den mutmaßlichen Täter aus.

Familiendrama Neuss
Der 1,66 Meter große Fallah Sänger gilt als gefährlich und ist vermutlich bewaffnet. © dpa, Polizei Neuss

Der Mann steht unter Verdacht, seine 26 Jahre alte Frau, seine achtjährige Tochter und den vierjährigen Sohn getötet zu haben. Die Polizei war in den vergangenen zwei Jahren schon mehrfach nach Gewaltausbrüchen des Mannes in der Wohnung der Familie, das Jugendamt war eingeschaltet. Sein Motiv seien möglicherweise Trennungsabsichten der Frau.

Fallah Sänger gilt als gefährlich und ist möglicherweise mit einem Revolver oder einer Pistole bewaffnet. "Wir müssen ihn so schnell wie möglich kriegen", sagte Guido Adler, Leiter der Mordkommission. Ein solches Familiendrama habe er in 16 Berufsjahren noch nicht erlebt. Der Verdächtige wird mit Haftbefehl wegen dreifachen Totschlags gesucht. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass der Tatvorwurf auf Mord ausgeweitet werde, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa.

Tatwaffe noch nicht gefunden

Verwandte hatten am Wochenende noch mit der Familie das Zuckerfest zum Ende des Ramadan gefeiert. Als sie die Familie am Montagabend besuchen wollten, öffnete niemand, obwohl drinnen der Fernseher lief. Die Angehörigen alarmierten die Polizei, ein Schlüsseldienst öffnete die Tür, die Beamten stießen auf die Leichen der Kinder und der Frau.

Obduktionen hatten die Schussverletzungen als Todesursache bestätigt. Die Tatwaffe blieb zunächst verschwunden. Wie der 35-Jährige in den Besitz der Schusswaffe kam, war unklar. Zuvor war der Mann aufgefallen, weil er seine Frau geschlagen und ihr gedroht hatte. Die Kinder seien den Erkenntnissen zufolge nicht Opfer von Gewalt geworden und auch nicht vernachlässigt gewesen. Die Wohnung sei sehr gepflegt, die Wohngegend gilt als bürgerlich und ruhig.

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