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Familiencoach: Kann er dieser Familie noch helfen?

Familiencoach: Kann er dieser Familie noch helfen?
Bei Familie Inglese aus Sinzig gibt es häufig Streit.

Mit Familienaufstellungen Konflikte lösen

Ist es möglich, Familien wieder zusammenschweißen, bei denen eigentlich schon Hopfen und Malz verloren ist? Rafael und Sandra Inglese sind seit sechs Jahren verheiratet und auch sie stehen, wie jede dritte Ehe in Deutschland, kurz vor der Scheidung. Für die ganze Familie ist das eine ungeheure Belastung.

Jetzt aber haben sich die Eltern und ihre drei Kinder zu einem letzten Rettungsversuch entschlossen und einen Familiencoach engagiert.

Bei Familie Inglese aus Sinzig kommt es mittlerweile jeden Tag zu Streit. Unter den Spannungen leidet die ganze Familie. Die Eltern streiten und die Kinder fühlen sich allein gelassen. Ein geregeltes Familienleben gibt es schon lange nicht mehr.

Doch die Ingleses wollen wieder eine echte Familie sein. Ohne Streit, Misstrauen und Tränen. Gemeinsam mit der Psychologin Nike Feshareki wollen die Ingleses jetzt endlich an ihren Problemen arbeiten. Die Psychologin macht sich zunächst mit der Methode der Familienaufstellungen ein Bild von der momentanen Situation.

Thanie, die jüngste Tochter, soll den Anfang machen. Ihre Aufstellung wird zeigen, wie sie die Situation der Familie empfindet. Wer ist wem am nächsten? Wer steht am Ende allein da? Und wo gibt es Konflikte, die dringend gelöst werden müssen? Denn wenn sich die Eltern streiten sind die Kinder mitten drin und bekommen alles mit. Nach Thanie ist die ältere Tochter Yara dran. Auch bei ihrer Aufstellung steht der Streit der Eltern im Mittelpunkt.

Warum ist der älteste Sohn im Heim?

Der 15-jährige Gian ist das Problemkind der Familie. Er lebt in einem Heim, denn zuhause kam es immer wieder zu Streitigkeiten. Lange Zeit hatte er seine Wut und seinen Frust nicht unter Kontrolle. Immer wieder beging er Sachbeschädigungen. Eine Situation, die seine Eltern nicht mehr in den Griff bekamen. Sie sahen keine andere Lösung, als ihren Sohn in ein Heim zu geben. Jetzt ist er nur noch an den Wochenenden da.

Zwar wohnen Gian und seine Eltern nicht mehr zusammen. Wirklich gearbeitet haben sie am eigentlichen Problem aber nicht. Auch der Vater steht der Situation hilflos gegenüber. In seiner Aufstellung positioniert Gian sich zwischen zwei streitenden Parteien. Ein Jugendlicher zwischen den Fronten. Die Bindung zur Familie ist lose geworden.

Auch Mutter Sandra macht bei der Aufstellung mit. Für sie ist ganz klar: Die Kinder streiten zu viel. Als Mutter müsste sie eigentlich vermitteln - doch Sandra fühlt sich hilflos. Früher haben die beiden Töchter viel gemeinsam unternommen. Heute lebt jede für sich.

Nachdem alle Familienmitglieder ihre Aufstellungen gemacht haben, hat die Psychologin genaue Vorstellung woran arbeiten müssen. Unliebsame Wahrheiten kommen heraus und ein Video ihrer Kinder rührt sie zu Tränen...

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