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Falsches Vorbild: So machen Mütter auf Diät ihren Töchtern das Leben schwer

Mütter auf Diät machen so ihren Töchtern das Leben schwer
Mütter auf Diät machen so ihren Töchtern das Leben schwer Mädchen sprechen Sätze ihrer Mütter nach 00:00:51
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Wenn Mami Diät macht, leidet die Tochter

Mütter haben bekanntlich einen großen Einfluss auf ihre Töchter. Sie bringen ihnen vieles bei, vieles davon auch unbewusst. Israelische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Mütter, die ständig an sich selbst herummäkeln, sich hässlich oder zu dick finden, ihre negativen Gefühle auf die Töchter übertragen können.

Von Christiane Mitatselis

"Oje, ich habe gesündigt und muss jetzt zwei Tage fasten!"

Die Forscher des Tel-Hai Academic College in Kirjat Schmona befragten in ihrer Studie 46 Mutter-Tochter-Paare. Die Mütter waren im Schnitt 41, die Töchter 14 Jahre alt, alle normalgewichtig. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Mutter einen großen Einfluss darauf hat, wie sich das Körpergefühl der Tochter entwickelt. Grob gesagt stellte es sich so dar: Mütter, die sich selbst äußerlich unzulänglich finden und das auch zum Ausdruck bringen, machen ihren Töchtern das Leben schwer. Denn die Töchter lernen von ihnen, sich selbst als mangelhaft wahrzunehmen.

Wen wundert es? Wenn Mami ständig Diät hält und von bösen Kohlenhydraten fabuliert, was gerade besonders in Mode ist. Wenn sie nach jedem Stück Kuchen seufzt: "Oje, ich habe gesündigt und muss jetzt zwei Tage fasten!" und beim Anblick dürrer Models ruft: "Wäre ich doch auch so schlank", dann hat das bestimmt keinen guten Einfluss auf den Nachwuchs. Besser ist es, den Kindern zu vermitteln, dass man mit sich selbst und seinem Körper zufrieden sein sollte. Und das funktioniert am besten, wenn man es vorlebt – und sich selbst so akzeptiert, wie man ist.

Väter können sich genauso an die Nase fassen

Allerdings ist es ungerecht, hier allein die Mütter in Fokus zu rücken. Auch Väter nehmen Einfluss auf die Perspektiven, die ihre Kinder entwickeln. Hier ein krasses (nicht frei erfundenes) Beispiel: Ein bierbäuchiger Herr, der vor dem Fernseher sitzt und Schauspielerinnen oder Moderatorinnen hässlich oder fett nennt, ist auch ein schlechtes Vorbild für seine Kinder. Denn einerseits nimmt er sich das Recht heraus, Frauen abzukanzeln, weil sie ihm optisch nicht zusagen. Andererseits schert er sich wenig um seine eigene Optik (Bierbauch) – und suggeriert den Kindern auch noch, dass Männer sich im Gegensatz zu Frauen gehen lassen dürfen.

Fazit: Negative Kommentare über Äußerlichkeiten sollte man sich vor Kindern verkneifen - und weder sich selbst noch andere abwerten. Denn es führt zu nichts Gutem. Und man sollte nachsichtig mit dem eigenen Körper sein. Ein paar Kilos zu viel sind kein Weltuntergang, darüber jammern darf man nur, wenn die Kinder außer Hörweite sind. Und wer seine Kilos ernsthaft loswerden will, der sollte sowieso nicht lamentieren, sondern aktiv werden - und zum Beispiel joggen gehen. Sport hilft außerdem dabei, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln.

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