Faire Mode: Bundesminister Gerd Müller plant Textilsiegel gegen Ausbeutung

Faire Mode: Bundesminister Gerd Müller plant Textilsiegel gegen Ausbeutung
Bundesminister Gerd Müller plant ein neues Textilsiegel © Ariwasabi - Fotolia

Neues Ökosiegel gegen Ausbeutung geplant

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller plant ein neues Textilsiegel gegen die Ausbeutung der Näherinnen. Textilien sollen künftig mit einem Öko-Label ausgezeichnet werden, das soziale und ökologische Standards garantiert. Damit soll die Ausbeutung der Arbeiterinnen eingedämmt werden, so Müller im Gespräch mit der 'Rheinischen Post'.

Müller fordert zudem ein Internet-Portal, das den Verbrauchern und Verbraucherinnen ermöglicht, die Produktionsbedingungen zu überprüfen. "Wir arbeiten an einem Label, das den Verbrauchern signalisiert, dass bei diesem Produkt die Näherinnen von ihrer Arbeit leben können und die ökologischen Standards eingehalten werden", so Müller im Interview.

Die Vorwürfe gegen die Bekleidungskette Primark und andere Unternehmen hatten die Debatte über schlechte Produktionsbedingungen entfacht. Branchenkenner machen zudem darauf aufmerksam, dass auch bei teuren Marken unzumutbare Produktionsbedingungen vorherrschen. Müller appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Textilwirtschaft.

Die bisherigen Anstrengungen der Branche seien nicht genug, so Müller. Denn auch heute gibt es entsprechende Siegel, die Verbrauchern ermöglichen, ihren Textilkauf nach ökologischen Kriterien auszurichten. Die bekanntesten sind die 'Oeko-Tex-Label' und der 'Blaue Engel für Textilien'. Ersteres fokussiert sich hauptsächlich auf ökologische Kriterien, während 'Der Blaue Engel' einen umfangreichen Kriterien-Katalog besitzt. Dieser beinhaltet die Einhaltung von grundlegenden Prinzipien und Rechten laut der geltenden Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Derzeit trägt jedoch kein Anbieter dieses Siegel.

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