MODE MODE

Faire Kleidung muss nicht teuer sein

Nachhaltige Kleidung erobert die Modewelt
Nachhaltige Kleidung erobert die Modewelt Berliner Fashion Week 00:02:23
00:00 | 00:02:23

Gibt es faire Mode auch zu günstigen Preisen?

Große Modeketten machen momentan ständig Schlagzeilen mit ihren unglaublich niedrigen Preisen und damit, was diese Billigpreise für die Arbeiter bedeuten, die die Kleidungsstücke in Fabriken unter miesen Arbeitsbedingungen und gegen Hungerlohn herstellen. Doch viele Verbrauchen wollen und können nicht mehr für Kleidungsstücke ausgeben. Mode, die 'fair' hergestellt und gehandelt wird, gilt als teuer. Ist das tatsächlich so? Und worauf sollte man achten?

Wer Schnäppchen ergattert, der denkt selten darüber nach, wie die Klamotten hergestellt werden. Nämlich von Näherinnen im Ausland, die 16 Stunden ohne Pause am Stück arbeiten - und das für einen Hungerlohn von neun Cent pro Stunde und unter schlechten und teilweise gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen. Wirft man einen Blick auf die Etiketten der Kleider, wird einem erst bewusst, wo diese herkommen, nämlich aus China, Kambodscha, Bangladesch.

Auch wenn diese Zustände einem bewusst sind, greift man oft trotzdem zu preiswerten Stücken. Denn für viele sind die finanziellen Mittel begrenzt, doch modisch will man dennoch mit den Trends mithalten können. Mode, die unter fairen Bedingungen hergestellt und gehandelt wird, ist eine Alternative, die die meisten Menschen als zu teuer ansehen.

Doch es geht auch fair UND günstig. Sogar größere Modeketten vertreiben mittlerweile fair produzierte Kleidung. Erkennen kann man sie an den offiziellen Gütesiegeln, die gute Produktionsbedingungen garantieren. Darunter das grün-blaue 'Fairtrade'- und das 'Fair Wear'-Siegel. Beide lassen den Verbraucher erkennen, dass bei der Produktion der Kleider Mindeststandards eingehalten wurden.

Es sollte gelten: Qualität statt Quantität

Auch Onlineshops für trendige Klamotten, die fair produziert werden und trotzdem bezahlbar sind, boomen. Fair produzierte T-Shirts gibt es bereits ab 19,90 Euro. "Wir haben uns das Ziel gesetzt, dass das Produkt den gleichen Endpreis für den Kunden haben muss, wie ein konventionelles Markenprodukt", sagt Martin Höfeler, Leiter eines solchen Shops.

Wer bei all dem noch immer um sein Geld bangt, der sollte vielleicht mal über den Satz "Qualität statt Quantität" nachdenken. In Wirklichkeit tragen die meisten Menschen doch immer dieselben Kleidungsstücke. Müssen wir uns deshalb wirklich jede Woche neue Kleidung kaufen? Statt für etliche Billigteile Geld auszugeben, könnte man probieren, nur wenige, aber dafür gute, qualitativ hochwertige und vor allem faire Produkte zu kaufen. Die Ausgaben bleiben dieselben, aber das Gewissen ist dabei besser.

Anzeige