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Fahrradschlösser im Test: Nur jedes vierte ist gut und sicher

Panzerkabelschloss: Nur die Illusion von Sicherheit

Was nützt das schönste Fahrrad, wenn es von Dieben gestohlen wird? Ein Fahrradschloss muss her - und zwar eines, das Diebe auf Granit beißen lässt. Die Stiftung Warentest hat sich der Sache angenommen und 30 Modelle im Labor getestet. Nur acht erzielen ein 'gutes' Qualitätsurteil.

Fahrradschlösser-Test: Nur jedes vierte ist gut
Ihre Mobilität macht Fahrräder zu beliebten Zielen von Dieben. Wer ein Fahrrad hat, braucht auch ein Schloss, aber nur jedes vierte ist auch gut.

Im Test sind vier Varianten: Bügel- und Faltschlösser, Ketten- und Panzerkabelschlösser. Der 'Panzer' bei Letzteren funktioniert allerdings nur mittelprächtig: In Sachen ‚Aufbruchsicherheit‘ erhielten alle drei Modelle im Test lediglich die Note 'ausreichend'.

Die Tester nahmen sich die Schlösser von zwei Seiten vor: Einmal mit roher Gewalt – da wurden der Bolzenschneider und die Brechstange angesetzt, aber auch mit Fingerspitzengefühl: Ließ sich das Schloss auch ohne den echten Schlüssel öffnen? Zeitlimit waren jeweils 180 Sekunden. Denn länger als drei Minuten werkeln Diebe kaum an Schlössern herum. Das Risiko, dass sie auffliegen, ist dann zu hoch.

Bügel und Ketten sind bessere Systeme

Durch die Bank gute Sicherheit bieten vom Typ her Bügelschlösser. Nur eines der zehn getesteten Schlösser kam lediglich auf 'befriedigend'. Testsieger ist das Bügelschloss 'Abus uGrip Plus 501' für 83 Euro. Fast genau so sicher, aber mit 30 Euro viel günstiger, ist das Fischer 'Safe'.

Faltschlösser sind platzsparend zu verstauen, aber nur eines von acht ist auch wirklich sicher. Wer ein gutes Faltschloss sucht und bereit ist, dafür 125 Euro hinzublättern, kann sich das ebenfalls gute "Abus Bordo Granit X Plus 6500" anschaffen.

Gute Sicherheit bei einem günstigen Preis bietet ein Kettenschloss: Das "Axa Cherto Compakt 95" kostet nur 25 Euro und bereitet Dieben derart große Probleme, dass es in Punkto Aufbruchsicherheit auf die Note 1,7 kommt. Zudem ist das Schloss sehr haltbar und besteht die Schadstoffprüfung mit der Glanznote 1,3. Klare Kaufempfehlung!

Damit das Fahrrad trotz gutem Schloss nicht einfach weggetragen werden kann, sollte es fest abgeschlossen werden, zum Beispiel an einem Laternenpfahl. Außerdem sollte das Fahrradschloss an einer hohen Position angebracht werden, damit Diebe ihr Werkzeug nicht am Boden abstützen können. Grundsätzlich gilt: Je höherwertiger die Sicherung, desto mehr Zeit und Aufwand ist für Diebe notwendig - und das schreckt oft ab.

Und hier die Tops und Flops:

Top sind (unter anderem):

- 'Abus uGrip Plus 501' für 83 Euro

- Fischer 'Safe' für 30 Euro

- Zefal K-Traz für 36 Euro

Flops waren unter anderem (in Klammern die Bewertung der Sicherheit):

- Tchibo Faltbares Fahrradschloss für 18 Euro (5,5)

- Masterlock 8260DPRO für 80 Euro (5,3)

- Masterlock reflective für 60 Euro. (4,5)

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