Facebook: Neuer Aufreger um Klarnamenpflicht

Facebook: Neuer Aufreger um Klarnamenpflicht
© dpa, Daniel Reinhardt

Datenschützer kämpft gegen Klarnamenpflicht bei Facebook

Der Aufschrei ist groß - und der Boykott auch: Immer mehr Facebook-Nutzer löschen ihre Profile. Sie wehren sich gegen den Klarnamen-Zwang und empfinden ihn als Eingriff in die Privatsphäre. Denn Facebook löscht automatisch Profile, wenn man Pseudonyme statt der eigenen Namen verwendet. Das Unternehmen fordert inzwischen sogar eine Kopie des Personalausweises als Beleg. "Das geht zu weit", finden viele Nutzer und auch Johannes Caspar. Der Datenschützer geht jetzt gegen Facebook vor und hat dem Unternehmen eine Verwaltungsordnung geschickt.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte fordert, dass Facebook auch mit Pseudonym nutzbar sein sollte. Auslöser war die Beschwerde einer Nutzerin, die unter einem Pseudonym angemeldet war. Sie wollte verhindern, berufliche Nachrichten auf ihrem Account zu erhalten. Facebook sperrte ihr Profil, ließ sich eine Kopie des Personalausweises schicken und stellte dann das Profil auf den richtigen Namen der Frau um.

Caspar fordert nun Facebook dazu auf, diese Änderung wieder rückgängig zu machen. Facebook müsse zulassen, dass Menschen den Dienst auch mit einem Pseudonym nutzen können. Laut dem deutschen Telemediengesetz muss das möglich sein. Zudem dürfe das Unternehmen keine Kopie des Personalausweises fordern. Es entspreche nicht den Regularien des deutschen Pass- und Personalausweisgesetzes, so der Datenschützer.

Facebook kann sich nun vor dem Verwaltungsgericht gegen die Anordnung wehren.

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