Experten warnen vor neuer Designerdroge Flakka: Sie ist gefährlicher als Crystal Meth

Designdroge Flakka: Experten warnen vor Todesdroge
Designdroge Flakka: Experten warnen vor Todesdroge Gefährlicher als Crystal Meth 00:10:21
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Schon Kinder kommen in Berührung mit der Todesdroge

Sie ist spottbillig, verursacht sofort schwerste Halluzinationen, Verfolgungwahn und macht extrem schnell süchtig: Die neue Designerdroge Flakka, die als noch gefährlicher als Crystal Meth gilt, hat in kürzester Zeit nicht nur die USA überschwemmt, sondern jetzt auch Deutschland erreicht.

Neue Droge: Flakka noch gefährlicher als Crystal Meth
Flakka macht sofort süchtig

Der Rausch von Flakka hält stundenlang an. Die Folgen: Wutausbrüche und Psychosen. Selbst erfahrene Ermittler sind immer wieder erstaunt, wie aggressiv sich Konsumenten vom einen auf den anderen Moment verhalten. Weil sie noch dazu so rasend schnell süchtig macht, bezeichnen Ärzte Flakka mittlerweile sogar als Todesdroge.

In Fort Lauderdale, dem sogenannten Venedig Amerikas, soll Flakka besonders billig und einfach zu bekommen sein. Die Stadt in Florida gilt als Epizentrum der Droge. Die Chemikalien kommen aus Asien, hergestellt wird das Rauschgift dann aber in Fort Lauderdale. Einen Rausch bekommt man dort schon für umgerechnet zwei Euro. Manche Dealer bieten die Droge zunächst sogar gratis an - um Kunden zu ködern. „Es ist eine schwierige Situation. Wir als Polizisten begeben uns in Gefahr, weil wir gegen die aggressiven Konsumenten vorgehen und versuchen Unbeteiligte vor ihnen zu schützen", erzählt John LaBandera von der örtlichen Polizei.

Zum Teil müssen Flakka-Konsumenten aber auch vor sich selbst geschützt werden. Oft leiden sie unter Verfolgungswahn und geraten völlig außer Kontrolle. „Ein Patient , der Flakka genommen hat, wollte über einen Zaun klettern und wurde von einem Pfahl regelrecht aufgespießt. Der Patient hat zu dem Zeitpunkt absolut keinen Schmerz gespürt", weiß Dr. Nabil El Sanadi vom Broward Health Medical Center. "wir wissen, dass immer mehr von dem Zeug konsumiert wird. Kinder ab zehn Jahren nehmen diese Droge und können dadurch sterben. Der Stoff kann Herzrhythmusstörungen verursachen, einen Schlaganfall auslösen oder sogar zu Atemstillstand führen." 18 Menschen hat der Konsum von Flakka seit September vergangenen Jahres in Florida schon das Leben gekostet. Hunderte, vielleicht sogar Tausende sind süchtig.

Flakka gibt es aber leider auch in Deutschland. Hier nennen die Konsumenten den Stoff allerdings Flex. In der Droge steckt die psychotrope Substanz Methylendioxypyrovaleron, kurz MDPV. Obwohl der Stoff in Deutschland seit 2012 verboten ist, gibt es offenbar noch Schlupflöcher im Netz, um an die Droge zu kommen. Die Sorge, MDPV könne sich in Deutschland ausbreiten, scheint bisher allerdings unbegründet zu sein - der Konsum hierzulande beschränkt sich zurzeit fast ausschließlich auf Göttingen und Umgebung. Dort wird die Horrordroge zum Teil angeblich sogar in einigen Wohnungen in den Problemvierteln zusammen gepanscht.

Ob in den USA oder in Deutschland - Streetworker und Drogenberater setzen nun auf eine intensive Aufklärung über Flakka. Die Beamten in Florida kontrollieren verstärkt und auch die Polizei in Göttingen hat reagiert: Eine extra eingerichtete Ermittlungsgruppe soll die Droge in der Stadt jetzt zurückdrängen.

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