EXIT-OP in der Gebärmutter: Ärzte retten todgeweihtes Baby

Baby Blake lebt
Baby Blake entwickelte im Mutterleib zwei große Tumore, die verhindern würden, das es atmet. Mittels der "Exit-Procedure", einer innovativen OP-Methode, konnte das Baby gerettet werden. Foto Courtesy Britnie Sanchez © © Courtesy Britnie Sanchez

Tumore drückten auf die Lungen - EXIT OP half

“Ich konnte nicht aufhören zu weinen”, gesteht Britnie Sanchez im Interview mit dem Sender 'ABC News'. Die Ärzte hatten der US-Amerikanerin in der 34. Schwangerschaftswoche eröffnet, dass ihr noch ungeborenes Kind mehrere große Tumore entwickelt hatte, die es ihm unmöglich machen würden, zu atmen. Aber dann erhielt sie eine Nachricht, die ihr wieder Hoffnung gab, berichtet die britische 'Daily Mail'.

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Dr. Esther Friedrich, eine Ärztin des Kaiser Permanente Medical Center in Los Angeles, erzählte ihr von einer riskanten Operationstechnik, der 'EXIT-OP'. Durch sie gebe es die Chance, das Baby zu retten. Die 'EXIT-OP' sieht eine Operation vor, während der das Baby zwar schon geboren, aber noch immer mit der Nabelschnur an der Plazenta der Mutter verbunden ist. Die Plazenta reichert das Blut des Babys mit Sauerstoff an. Es braucht also zunächst nicht selbst zu atmen. Und das war die Chance des Babys zu leben. Damit es auch noch warm bleibt, lässt man es zur Hälfte noch in der Gebärmutter. Erst, wenn die Sauerstoffzufuhr sichergestellt ist, wird die Nabelschnur durchtrennt. Bei 'EXIT' handelt es sich um ein Prozedere, welches in Deutschland extrem selten ist.

Baby noch an der Nabelschnur operiert

40 Ärzte und Helfer in zwei Operationssälen waren stundenlang im Einsatz, um Blake, so der Name des Babys, zu retten, und die Operation gelang. Zwei große Tumore, die sich als gutartig herausstellten, wurden während des gewagten Eingriffs teilweise entfernt. Aber erst nach drei Monaten hatten die Ärzte ein Mittel gefunden, um die Tumore endgültig schrumpfen zu lassen.

Blake wurde fast ein Jahr lang künstlich beatmet, bis er kurz vor seinem ersten Geburtstag einen unbewachten Moment nutzte und sich den Schlauch selbst entfernte. Und er konnte endlich ohne technische Unterstützung atmen! In einigen Monaten kann Blake seinen zweiten Geburtstag feiern.