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Examen drei Stunden nach der Geburt: Erst Baby, dann Master!

Examen drei Stunden nach der Geburt: Erst Baby, dann Master!
Ingrid hat ihr Examen in der Geburtsklinik abgelegt - nur drei Stunden nach der Geburt ihrer Tochter. © nerbø

Studentin macht ihr Examen in der Geburtsklinik

Die hochschwangere Studentin Ingrid Kopperstad Raunehaug (27) hatte alles ganz genau geplant: Erst die Masterarbeit abgeben, dann die mündliche Prüfung machen und neun Tage später ihr Baby zur Welt bringen. Theoretisch gut durchdacht, praktisch kam es für die junge Norwegerin jedoch ganz anders.

Denn am Tag der mündlichen Prüfung befand sich Ingrid Raunehaug nicht an der Universität, sondern im Kreißsaal: Die Studentin lag bereits in den Wehen. "Hat eigentlich schon einmal eine Frau in der Geburtstklinik ihr Examen gemacht?" - diese Frage sollte Ingrid trotz Geburtsstress nicht loslassen. Der Wille, ihr Studium endlich abzuschließen, war einfach zu stark. Und kaum war ihre Tochter Ruth Noelle gesund auf der Welt, kam Ingrid auf eine Idee: "Ich war voller Adrenalin und fragte, ob die Dozenten nicht zu mir in die Geburtsklinik kommen könnten", erzählt die junge Mutter, "ich wollte es hinter mir haben, damit ich mich in den nächsten Monaten voll auf mein Baby konzentrieren kann."

Ingrid schaffte ihr Examen sogar mit Bestnote

Ingrids Prüferinnen willigten ein - und so konnte die frisch gebackene Mutter ihre Prüfung nur drei Stunden nach der Geburt doch noch ablegen. Und das sogar mit Bestnote! Die drei Dozentinnen und die Hebammen waren von Ingrids Leistung mehr als nur beeindruckt. "Eine Geburt ist sowohl körperlich als auch seelisch sehr anstrengend. Anschließend hat man genug mit dem Kind und sich selbst zu tun. Für viele Frauen wäre ein Examen drei Stunden nach der Geburt vollkommen unmöglich gewesen" sagt die leitende Hebamme Norunn Solvang. Ingrid Raunehaug hat es geschafft - und damit den Spagat zwischen Studium und Familie unter echten Extrembedingungen gemeistert.

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