Essstörungen bei Jugendlichen: Eltern ignorieren die Gefahr

Essstörungen bei Jugendlichen: Eltern ignorieren die Gefahr
© Piroschka

Unterschätzen Eltern die Gefahr von Essstörungen?

Der Schlankheitswahn beherrscht die Gesellschaft und es ist immer häufiger zu beobachten, wie auch junge Mädchen an Essstörungen wie Magersucht und Bulimie erkranken. Eigentlich sollte man doch erwarten, dass die Eltern einschreiten, wenn sie Symptome bei ihren Töchtern bemerken. Dem ist jedoch laut neuesten Erkenntnissen nicht so: Viele Eltern ignorieren die Essstörungen der Kinder sogar ganz.

Im Rahmen der Entwicklung eines Vorsorgeprogramms gegen Magersucht verteilten Psychologen der Universität Dresden 6000 Fragebögen an Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren, um deren Magersuchts-Risiko zu testen und ihnen besser helfen zu können. Bei rund der Hälfte aller Mädchen wurde ein hohes Risiko erkannt und deren Eltern kontaktiert - allerdings erfolgslos. Die meisten wollten von dem Problem ihrer Tochter nichts wissen, taten es mit Sätzen wie "Das wächst sich schon wieder zurecht" ab.

Essstörung als Körperbewusstsein missinterpretiert

Einige der Eltern sollen sogar stolz darauf gewesen sein, dass sich ihre Töchter körperbewusst ernähren und sich ansehnliche Vorbilder wie grazile Models suchen. Auf etwa 50 Prozent der elterlichen Mithilfe mussten die Psychologen zu ihrem großen Schock verzichten: Obwohl sie die betroffenen Erziehungsberechtigten klar mit ihrem Verdacht der Magersucht konfrontiert haben, blieben diese untätig.

Um die Ursachen von Essstörungen und die genauen Mechanismen, die zu Krankheiten wie Magersucht oder Bulimie führen, besser verstehen und ihnen vorbeugen zu können, soll die Studie mit weiteren Teilnehmern ausgeweitet werden.

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