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Erziehungssünden, die Eltern niemals passieren dürfen

Freiheiten oder Verbote?
Freiheiten oder Verbote? Welcher Erziehungsstil ist besser? 00:00:48
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Video: Freiheit oder Verbote - Welche Erziehungsstil ist besser?

Die perfekte Erziehung gibt es nicht. Trotzdem sollte von Eltern alles getan werden, um zumindest möglichst nah ran zu kommen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Häufig passieren Erziehungsfehler, die Eltern gar nicht wirklich bewusst sind. Derartige Fehler lassen sich nur vermeiden, wenn man sie auch kennt. Hier eine Übersicht.

„Respekt ist die halbe Miete“

Auch Mamas und Papas sind nun mal nicht perfekt. Das müssen sie aber auch nicht, beruhigt Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz der Erziehungsberatung (bke). „Denn wenn man respektvoll mit seinen Kindern umgeht, dann ist das bereits die halbe Miete. Wer zusätzlich noch auf seine Gefühle hört und sich auch mal traut, bei auftretenden Problemen Rat anderer einzuholen, kommt prima klar,“ so der Vorsitzende.

Gewalt

Unter dem Überbegriff Gewalt sind sowohl körperliche als auch seelische Gewalttaten zu verstehen. Neben beispielsweise Schlägen, die den Kindern körperliche Schmerzen hinzufügen, hinterlassen vor allem auch Erniedrigungen und Herabsetzungen gefährliche Schäden. Die Folge, der seelische Ballast untergräbt auf Dauer das Selbstbewusstsein sowie das Selbstwertgefühl der Kinder und bringt bleibende psychische Probleme mit sich. Kinder, die schon früh physische Gewalt erfahre haben, werden nicht selten selbst gewalttätig. Schließlich haben sie es nie anders gelernt. 

Liebesentzug

Ebenfalls unter psychische Gewalt fällt der Liebesentzug, den Eltern immer wieder als Strafmaßnahme wählen. In keinem anderen Alter sind wir Menschen so sehr auf Liebe angewiesen, wie in unseren ersten Lebensjahren. Nur Kinder die bedingungslose Liebe erfahren, entwickeln einen gesunden Egoismus, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstliebe. Zu lieben bedeutet auch, das Kind zu respektieren und wertzuschätzen. Sind diese Grundvoraussetzungen gegeben, steht einer erfolgreichen Erziehung nichts im Weg.

Desinteresse

Wie stolz zeigen Kinder ihren Eltern oft ihre selbstgebastelten Werke. Das tun sie, weil sie sich nach deren Anerkennung für ihr Geleistetes sehnen. Daher spielt es eine entscheidende Rolle, als Mama oder Papa, dem Kind ernsthaftes Interesse sowie Anteilnahme entgegenzubringen. Denn nur durch eine derartige Bestätigung wird das Kind dazu ermutig und motiviert weiter zu machen und sich zu verbessern. Ernten Kinder hingegen Halbherzigkeit und Desinteresse, versetzt dieses Verhalten der Eltern dem noch zerbrechlichen Selbstvertrauen einen Schlag. Kommt es häufiger zu Ablehnungen dieser Art, wird das Selbstwertgefühl langfristig zerstört. Die Rede ist auch hier wieder von seelischer Gewalt.

Die Erfahrung, dass Kinder nicht nur süß sondern manchmal auch echte kleine Monster sein können, haben wohl alle Eltern machen müssen. Trotzdem, als Erwachsene haben wir es in der Hand, zu welchen Menschen sie einmal heranwachsen werden.

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Das Buch „Die zehn größten Erziehungsirrtümer“ der Autoren und Hirnforscher Ralph Dawirs und Gunther Moll beschäftigt sich auf unterhaltsame Art, wie der Name schon verrät, mit den gängigen Erziehungsfehlern von Eltern.

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