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Erziehung im Test: So reagieren Eltern auf schwierige Alltagssituationen mit Kindern

Tipps für richtige Erziehung
Tipps für richtige Erziehung Wie handeln Eltern in schwierigen Situationen? 00:05:32
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Wenn das Baby nicht durchschläft

Eltern kennen sie, die typischen schwierigen Situationen mit Kleinkindern: Gezeter im Supermarkt, Verweigerung beim Essen und vieles mehr. Wir zeigen, wie unterschiedlich Eltern auf diese Probleme reagieren und was der richtige Weg ist.

Bei Geschrei im Supermarkt einfach gehen oder sich damit auseinandersetzen?
Die Meinungen zur Kindererziehung gehen weit auseinander.

1. Situation: Das Kind schläft nicht durch

Dieses Problem taucht oft schon früh auf: die Babys schlafen einfach nicht durch. Doch wie reagieren Eltern in diesem Fall? Eine Stichprobe ergab große Unterschiede: 50 Prozent würden das Kind einfach mal schreien lassen. 50 Prozent dagegen würden das nie machen. Die Erziehungswissenschaftlerin Annette Baukes-Neichel rät, das Kind nicht schreien zu lassen. Denn sonst fühle es sich einfach verloren. Beim Aufbau von Vertrauen sei es wichtig, dass das Kind Nähe spürt. Und Babys könnten sich nur über Schreien ausdrücken.

2. Situation: Verweigerung beim Essen

Diesen Satz kennt wohl jeder: Was auf den Tisch kommt, wird gegessen. Doch sein Kind wirklich zum Essen zwingen, würde keiner der Befragten. Laut Erziehungswissenschaftlerin Annette der richtige Weg: "Wer dem Kind suggeriert, dass es am Tisch etwas muss, besetzt das Thema Essen negativ."

3. Situation: Trotzverhalten im Supermarkt

Der Albtraum aller Eltern! Das Kind möchte Schokolade, darf aber nicht. Und dann geht es los, das Gezeter und Geschrei. Aber was machen Eltern in diesem Fall? 27 Prozent würden sich mit dem Kind auseinandersetzen. Dagegen würden 73 Prozent der Befragten ihr Kind im Supermarkt stehen und schreien lassen. Für die Erziehungswissenschaftlerin das falsche Signal: "Man bestraft [das Kind] für ein Verhalten, das einem selbst nicht gefällt." Das einfachste sei, vorher abzusprechen, was man einkauft. Wenn das Kind dann doch anfange zu quengeln, solle man es an die Absprache erinnern.

4. Situation: Das Kind will nicht aufs Töpfchen

Windeln sind nicht nur teuer, sondern auch lästig, finden viele Eltern. Aber kann man dem Kind die Windel mit Zwang abgewöhnen? Nur 6 Prozent unserer Befragten beantworten das mit einem Ja. 94 Prozent hingegen würden ihr Kind nicht aufs Töpfchen zwingen. Die richtige Entscheidung, so die Expertin. Dieses Verhalten wäre für das Kind belastend. Zum Loslassen sei Vertrauen wichtig und das Wissen, dass es nicht schlimm ist, wenn doch etwas daneben geht. Eine Hose kann man schließlich immer waschen.

Trotz aller Ratschläge ist jedes Kind anders und hat individuelle Bedürfnisse, auf die Eltern eingehen müssen. Für jedes Kind sollte aber gelten, dass sie einen Rahmen bekommen, an den sie sich halten können und auch müssen. Aber mit Liebe und Verständnis, nicht mit Zwang.

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