Erzbischof von Granada befürwortet Vergewaltigung

Erzbischof von Granada befürwortet Vergewaltigung
© picture-alliance/ dpa, LaPresse Michele Ricci

Frauen, die abtreiben, dürfen vergewaltigt werden

"Sie hat abgetrieben? Vergewaltigt sie!" so ruft der Bischof von Granada, Javier Martinez, öffentlich zu Verbrechen auf. Seiner kranken Meinung nach hat ein Mann das absolute Recht, den Körper einer Frau zu missbrauchen, die abgetrieben hat. Ist es der selbstauferlegte Sex-Entzug, der ihn, wie viele Geistliche bei diesem Thema so durchdrehen lässt? Werden solche Männer erst in der Obhut der katholischen Kirche zu fanatischen Frauenhassern oder ist der Klerus für genau solche Perversen das ideale Auffangbecken?

Von Dagmar Baumgarten

Es ist eine Mischung aus Allmacht-Phantasien und psychotischem Hass, von dem Bischof Javier Martinez da besessen scheint! Was besonders heuchlerisch ist: Er begründet seinen menschenverachtenden Aufruf mit seiner unendlichen Menschenliebe. Denn es geht ihm angeblich ja um den Schutz des ungeborenen Lebens. Da macht er zwischen Jungen und Mädchen noch keinen Unterschied. Doch im Bauch der Mutter ist der einzige Bereich, in dem ein weibliches Wesen vor der Willkür des Bischofs sicher scheint.

Denn, ausgerechnet in einer Weihnachtspredigt, verkündet Bischof Martinez wörtlich: "Ein wehrloses, unschuldiges Kind zu töten, in einem Akt, hervorgerufen oder durchgeführt von der Mutter, gibt dem Mann die Lizenz, den Körper dieser Frau ohne Grenzen zu missbrauchen, denn sie hat Schuld für ihr eigenes Leben auf sich geladen."

Womit ganz klar ist: Dein Bauch gehört der Kirche! Und Frauen sind eigentlich nur Gebärmaschinen. Und wenn eine Maschine den Dienst verweigert, kann man ja auch mit einem Schraubenzieher drauf rumkloppen oder sie auch ganz wegschmeißen. Widerspruch seitens der Kirche oder zumindest eine lahme Erklärung zu dieser Entgleisung gibt es übrigens nirgendwo!

Was der Bischof - wie viele der fanatischen Prediger - gar nicht merkt ist, dass ein Aufruf nicht bloß frauen-, sondern auch männerverachtend ist. Denn was denkt er denn über seine männlichen Geschlechtsgenossen? Dass sie ja eigentlich ständiges Gewaltpotential in sich tragen, welches man kaum bändigen kann? Das man nur mit Androhung von Strafe in Zaum halten kann? Aber sobald man ihm ein Ventil gibt, bricht es sofort durch? "Hey Mann, du weißt nicht, wohin mit deinem Trieb? Hier ist eine Frau, die du vergewaltigen darfst!" und dann stürzen sich alle drauf? Was sagt das denn über die Menschlichkeit von Männern aus?

Abtreibung ist "schlimmer als Hitlers Verbrechen"

Der Anlass für diese unfassbaren Äußerungen von Javier Martinez, ist das liberale spanische Abtreibungsgesetz. Bis zur 14. Schwangerschaftswoche dürfen Frauen ohne Angaben von Gründen die Schwangerschaft abbrechen. Ein Sturm der Entrüstung packte damals Klerus und Konservative, als es 2009 zur Diskussion stand. Natürlich hieß es wieder "schlimmer als Hitler" und Martinez vergleicht das medizinische Personal, das die Abbrüche durchführt mit den „Beamten in den Konzentrationslagern“!

Das Einzige, was einige geistlichen Würdenträger ähnlich auf die Palme bringt, sind Homosexuelle. Sie sind auch immer für den drohenden Weltuntergang mitverantwortlich. In Spanien können Homosexuelle heiraten und Kinder adoptieren. Auch damals lief die Kirche Sturm. Das sei schlimmer als die Christenverfolgung, schließlich handele es sich doch um "erbkranke Personen, die mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung auf die Welt kamen".

Was für ein Sodom und Gomorrha da in manch geistlichen Köpfen tobt, kann man als normaler Mensch nicht nachvollziehen. Schlimm ist allerdings, dass sie nicht therapiert werden oder irgendwas unternommen wird, um ihren geistigen Zustand zumindest in die Nähe der Norm zu bringen. Sondern, dass sie sich noch zelebrieren, und ihre kranken Ideen als Wahrheit von der Kanzel krakeelen dürfen.

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