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Ersttrimesterscreening – Notwendig oder unnötiges Risiko?

Bild: Ersttrimesterscreening – Notwendig oder unnötiges Risiko?
Haben Sie eine Risikoschwangerschaft? © Getty Images/iStockphoto, ollinka

Ist das Ersttrimesterscreening eine sinnvolle Vorsorgeuntersuchung?

Manchmal lassen sich die Pläne in Karriere, Partnersuche und Kinderwunsch nicht so recht vereinbaren und ehe man sich versieht, tickt die biologische Uhr, um Mutter zu werden. Doch je älter man wird, desto höher ist das Risiko ein ungesundes Baby auf die Welt zu bringen. In der modernen Medizin gibt es für Schwangere deshalb das sogenannte Ersttrimesterscreening. Doch wie sinnvoll ist die Methode wirklich, wie funktioniert sie und welche Vorteile und Nachteile birgt sie?

Wozu braucht man das Ersttrimesterscreening?

Wie der Name ‚Ersttrimesterscreening‘ schon sagt, findet diese Untersuchung im ersten Trimester der Schwangerschaft statt. Das erste Trimester geht von der ersten bis zur 12. SSW. Das zweite Trimester erstreckt sich von der 13. bis zur 28. und das letzte Trimester von der 29. bis zur 40. SSW.

Das Ersttrimesterscreening dient zur Erkennung von Chromosomenanomalien, die zu Behinderungen wie dem Down-Syndrom (Trisomie 21) führen können. Aber auch Fehlbildungen im Herzen oder Gehirn sowie ein offener Rücken und Defekte in der Bauchwand können hierdurch frühzeitig ermittelt werden. Dabei werden Werte wie das Alter der Mutter, die Nackenfaltentransparenz und das Blutbild der Schwangeren mit einbezogen.

Eins vorab: Die Garantie für ein gesundes Kind gibt es nicht. So kann auch ein Ersttrimesterscreening kein hundertprozentig sicheres Ergebnis liefern. Zuverlässiger wird das Ergebnis, wenn das Ersttrimesterscreening im Zeitraum zwischen der 11. Und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Dabei wird eine Blutuntersuchung der Schwangeren und eine Ultraschall-Untersuchung des kindlichen Nackenbereichs durchgeführt.

Bluttest des Ersttrimesterscreenings

Bei der Blutuntersuchung wird das Blut der Schwangeren auf bestimmte Hormon- und Eiweißwerte getestet. Das ist zum einen der Wert des Hormons hCG, welches während der Schwangerschaft gebildet wird und auf eine Chromosomen-Störung beim ungeborenen Kind aufmerksam machen kann. Zudem wird im Ersttrimesterscreening auch der Gehalt des Eiweißes PAPP-A gemessen, das in der Plazenta gebildet wird. Dieser Wert kann auch auf eine Chromosomen-Abweichung hinweisen.

Nackentransparenz-Test beim Erstrimesterscreening

Durch eine Ultraschalluntersuchung überprüft der Arzt, ob sich im Nackenbereich des Babys Flüssigkeit angesammelt hat. Dies bezeichnet man auch als Nackenfaltenmessung. Auch die Ausprägung des Nasenbeins wird dabei begutachtet. Denn eine verdickte Nackenfalte und ein verkürztes Nasenbein können auf Chromosomenanomalien, die zu Trisomie 21 oder ähnliche Krankheiten führen, hinweisen.

Mithilfe der Ergebnisse dieser beiden Untersuchungen wird das Risiko einer Chromosomen-Abweichung beim ungeborenen Kind berechnet. Auch das Alter der Schwangeren und die Dauer der Schwangerschaft müssen dabei berücksichtigt werden. Daher dient das Ersttrimesterscreening als Risikoeinstufung, kann aber keine konkreten Ergebnisse liefern.

Da diese statistische Risikoeinschätzung nur eine Wahrscheinlichkeit angibt, müssen bei auffälligen Werten weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Das kann eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) sein oder auch ein Bluttest auf Trisomien. Diese Tests liefern zwar eindeutige Ergebnisse, allerdings ist dabei das Risiko von Schädigungen, wie zum Beispiel ein vorzeitiger Blasensprung, für Mutter und Kind bei diesen Untersuchungen höher.

Lassen Sie sich nicht verunsichern durch das Ersttrimesterscreening

Bei Frauen, die sich aufgrund ihres Alters in einer Risikogruppe befinden, kann das Ersttrimesterscreening durchaus sinnvoll sein. Denn wenn sich im Verhältnis zum Alter der Schwangeren ein eher niedriges Risiko errechnet, fällt es den Betroffenen leichter auf weitere Untersuchungen zu verzichten.

Für junge Frauen, denen man medizinisch gesehen noch kein Ersttrimesterscreening empfehlen würde, kann das Warten auf ein Ergebnis psychisch sehr belastend sein. Denn wenn sich unerwartete Auffälligkeiten ergeben, sind viele Schwangere meist so verunsichert, dass sie aus dem Diagnostik-Karussell nicht mehr aussteigen können.

Kosten des Ersttrimesterscreenings

Bei einer unauffälligen Schwangerschaft übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht die Kosten für ein Ersttrimesterscreening, da es kein Teil der regulären Vorsorgeuntersuchungen ist. Die Höhe der Kosten, die sie daher tragen müssen, variiert etwa zwischen 150 und 200 Euro.

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