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Erstmals Aufnahmen vom Gehirn eines Fötus veröffentlicht

Erstmals Aufnahmen vom Gehirn eines Fötus veröffentlicht
Erstmals wurden jetzt Aufnahmen vom Gehirn eines Fötus in verschiedenen Stadien seiner Entwicklung veröffentlicht.

Gehirnentwicklung beim Fötus

Wie und wann entwickelt sich das Gehirn? Erstmals wurden jetzt Aufnahmen vom Gehirn eines Fötus in verschiedenen Stadien seiner Entwicklung veröffentlicht. Die Studie der Wayne State University gibt erste Aufschlüsse darüber, wie sich die neuronalen Verbindungen des Gehirns in der Gebärmutter bilden. Die Forscher erhoffen sich davon eines Tages schon vor der Geburt Krankheiten wie Autismus und ADHS diagnostizieren und behandeln zu können.

Bislang ist über das Gehirn eines Fötus nur wenig bekannt, weil die Föten sich während des Scans meist ständig bewegen und die Ergebnisse dadurch oft unbrauchbar werden. Doch jetzt ist es den Forschern gelungen, Scans der Gehirne von 25 Föten zu erstellen, die zwischen 24 und 38 Wochen alt waren.

ADHS schon vor der Geburt erkennen?

Die Aufnahmen wurden dann miteinander verglichen, um zu überprüfen zu welchem Zeitpunkt sich die neuronalen Verbindungen ausbilden. Wie erwartet wurden die Verbindungen zwischen den beiden Gehirnhälften von einer Woche zur nächsten dichter und zahlreicher. Die ersten Verbindungen traten in der Mitte des Gehirns auf und verbreiteten sich im Laufe der Entwicklung nach außen.

Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse, wie das normale Gehirn eines Fötus aussieht, um dann Erkenntnisse über Gehirne, die keine normalen Verbindungen ausbilden zu gewinnen. Denn bei vielen psychischen Erkrankungen (z.B. ADHS oder Autismus) wird davon ausgegangen, dass sie bereits während der Entwicklungsphase des Gehirns entstehen.

"Aus diesem Grund ist es so wichtig zu verstehen, wie diese Verbindungen entstehen und was sich auf deren Ausbildung und gegenseitige Verknüpfung auswirken kann" , sagt Studienleiterin Moriah Thomason. Die Forscher hoffen so besser zu verstehen, wie diese Krankheiten überhaupt entstehen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin 'Science Translational Medicine' veröffentlicht.

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