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Erstes Frauenmagazin des Vatikans: Wie der Papst die Frauen versteht

Vatikan bringt erstes Frauenmagazin heraus
Wie sieht Franziskus die Frauen? © DrazenVukelic

Modetrends für Katholikinnen - Was steckt hinter dem päpstlichen Frauenmagazin?

Der Vatikan gibt eine Frauenzeitschrift heraus – diese Nachricht beflügelt sofort die Fantasie. Man stellt sich Make-up-Tipps für die gläubige Christin vor, zum Beispiel: "So schminkte sich Maria Magdalena". Oder: "Himmlische Maria - die Mutter Gottes als Stilikone". Oder: "5000 Ave Maria - so beichten Frauen einen Seitensprung."

Von Christiane Mitatselis

Liest man ein bisschen weiter, stellt man jedoch fest: Leider wird es solche spaßigen Themen nicht geben. Im päpstlichen Frauenmagazin geht es um spirituelle Dinge. Die bisherige Monatsbeilage 'Frau - Kirche - Welt' wird aus dem 'Osservatore Romano' ausgegliedert und zur eigenständigen Zeitschrift. Sie wird von vier auf 40 Zeiten aufgestockt. Aus einer schwarz-weißen Publikation wird ein buntes Heft.

In der im Mai erschienenen ersten Ausgabe wird Mariä Heimsuchung behandelt. Für die nicht Bibelfesten: Maria besucht ihre schwangere Verwandte Elisabet. Daraus geht das so genannte 'Magnifikat' hervor, ein Lobgesang Marias. Ein sehr theologisches Thema also. Wie sollte es auch anders sein? Das Redaktionsteam besteht aus Ordensfrauen und Theologinnen.

"Die Kirche ist eine Frau!"

Revolutionäres ist von der Zeitschrift nicht zu erwarten. Man kann man nicht davon ausgehen, dass sich das Magazin den explosiven Frauen-Themen der katholischen Kirche widmen wird. Das dürfte der Chef nicht zulassen. Papst Franziskus vertritt zwar die Meinung, die katholische Kirche habe sich in der Vergangenheit nicht ausreichend um die Theologie der Frau gekümmert. Und er will Frauen stärker in seine Glaubensgemeinschaft einbinden als seine Vorgänger, den weiblichen Blick auf die Welt beachten und auf Frauen hören. "Die Kirche ist eine Frau", sagte er einmal. Der ehemalige Erzbischof von Buenos Aires ist jedoch weit davon entfernt, Gleichberechtigung in seiner Organisation zu schaffen.

Auch unter seiner Regide wird es keine Priesterinnen geben, keine Bischöfin, keine Kardinalin, auch keine Päpstin. Alle wichtigen Ämter sind weiter Männern vorbehalten. Das teilte Franziskus im vergangenen Jahr, nach, wie er sagte, "reiflicher Überlegung" mit. Der theologische Hintergrund: Nach katholischer Lehre hat Jesus Christus nur Männer zu Aposteln berufen, von diesem Grundsatz weicht Franziskus nicht ab.

Womöglich erörtert sein Frauenmagazin dieses Thema ja ausführlich in einer der nächsten Ausgaben.

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