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Erstes Date: Wer soll sich melden?

Liebesexpertin Birgit Ehrenberg
Liebesexpertin Birgit Ehrenberg

Das sagen die meisten Dating Ratgeber

Immer wieder werde ich von Singles gefragt, wie man sich am besten und 'gewinnbringend' verhält, wenn man endlich jemanden gefunden hat, der einem die Seele zum Klingen bringt. Ob man diesem Menschen nun online begegnet ist oder im Supermarkt, das tut dabei nichts zur Sache. Das erste offizielle Treffen steht jedenfalls an – und man zermartert sich das Hirn: Soll man sich darauf generalstabsmäßig vorbereiten, soll man sich jedes Wort zurechtlegen, soll man quasi das Drehbuch für diese wichtigen Stunden schreiben? Gibt es Dinge, die man auf keinen Fall zur Sprache bringen sollte? Nachdem man das erste Date gut über die Bühne gebracht hat, geht die Fragerei weiter, dann kommt die quälende Hauptfrage: Wer meldet sich zuerst?

Ehe ich mich hier der elementaren Sache mit dem Melden widme, komme ich noch kurz darauf zu sprechen, ob man sich minutiös auf dieses erste Treffen vorbereiten soll. Das ist schnell abgehakt, meine entschiedene Antwort lautet: Nein. Man muss sich natürlich überlegen, was man anzieht, Understatement ist dabei immer besser als provozierend halbnackt zu erscheinen. Man muss sich weiterhin selbstverständlich zurückhalten, was den Genuss von Alkohol angeht. Wer nach 45 Minuten lallt, darf kaum darauf hoffen, dass sich aus dieser Verabredung eine Beziehung entwickelt.

Man muss auch nicht sofort alle Karten auf den Tisch legen und sein komplettes Leben ausplaudern. Diskretion im Zusammenspiel mit Offenheit, das ist die perfekte Kombi. Das sind aber wirklich die einzigen Begrenzungen, auf die man sich einlassen sollte. Ansonsten gilt: Sei Du selbst! Und – ich komme zum Wesentlichen – das gilt auch für die Sache mit dem Melden. Wer sich melden will, meldet sich. Zappeln lassen – das war gestern. Wer will das schon aushalten müssen, dass einen einer hinhält? Warten ist furchtbar. Sich zurückhalten ebenfalls, es ist auch für einen selbst eine Zumutung, um das Handy herumzuschleichen, und sich streng vorzusagen. „Du rufst nicht als erster an!“

Gerade Frauen neigen dazu, sich das Melden zu verkneifen, weil ihnen das irgendwann einmal ihre Mutter oder Großmutter gesagt hat – oder eine altmodische Freundin. Oder ein dummer Liebes-Ratgeber. Ich kann nur sagen: Weg mit den alten Zöpfen. Einfach auf die innere Stimme hören, wenn sie einem deutlich mitteilt, dass es angebracht ist, sich zu melden, dann nur zu! Da muss man auch nicht lange überlegen, welche wohlfeilen Worte man gebraucht. Es reicht, zu sagen oder zu schreiben: "Hey, Du, ich fand es schön mit Dir. Sehen wir uns wieder?"

Das kann man übrigens als Frau auch dann ganz salopp sagen oder schreiben, wenn man bereits miteinander ins Bett gegangen ist. Selbst dann bricht einer Frau kein Zacken aus der Krone, wenn sie es ist, die den Anfang macht. Ich weiß, dass viele Frauen zögern und sich unendlich wünschen, er möge den Anfang machen. So manch eine Frau, die sich traut, bereut es später und hat Magengrummeln. Schlagt Euch das einfach aus dem Kopf, denn: Es ist eine reine Kopfsache. Die Wahrheit aus dem wirklichen Leben ist: Wenn ER Euch gut findet, freut er sich über alle Maßen, wenn Ihr Euch meldet. Wahrscheinlich wollte er gerade in diesem Moment auch zum Handy greifen.

Tja, und wenn ER Euch doof findet, dann kriegt man das eigentlich auch sofort mit, das stellt sich in den ersten Minuten der Kommunikation heraus. Dann weicht er aus, dann fragt er nicht nach einem weiteren Treffen. Schade, aber man weiß, woran man ist.

Fazit: Melden, erst recht als erster, das ist Liebe leicht gemacht.

Eure Birgit

So verhältst du dich, wenn er sich nur sporadisch meldet
So verhältst du dich, wenn er sich nur sporadisch meldet Benching 00:00:54
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