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Erster Monat mit Kind: Schöne Zeit oder unmenschliche Belastung?

Erster Monat mit Kind: Schöne Zeit oder unmenschliche Belastung?
Der erste Monat mit Baby Milan ist überstanden. © Michael Burakowski

So waren die ersten vier Wochen mit meinem Sohn

Wenn man verschiedene Menschen nach ihren ersten Erfahrungen mit einem Baby fragt, bilden sich schnell zwei Lager: Die einen sprechen von einer wunderschönen Zeit, die anderen von der härtesten Belastung in ihrem Leben. Während sich die eine Gruppe wohl heimlich wünscht, das Baby würde für immer klein bleiben, würden andere am liebsten alles hinschmeißen und sofort schreiend weglaufen. Kaum jemand traut sich allerdings, eine gemäßigte Stellung einzunehmen: Ja, es ist hart. Aber auch schön – und das macht alles wieder wett. So war mein erster Monat mit meinem Sohn Milan.

Von Michael Burakowski

Die erste Woche seines noch kurzen Lebens musste Milan im Krankenhaus verbringen – er war mit einem Gewicht von 2.650 Gramm rund einen Monat vor dem errechneten Termin auf die Welt gekommen. Für uns als Eltern bedeutete das zusätzlichen Stress, da unser Baby am Anfang nicht an Gewicht zunehmen wollte. Zu den wenig komfortablen Bedingungen im Krankenhaus kam also noch die Sorge, ob es dem Kind gut geht und wann er endlich zunehmen wird.

Dass Babys im ersten Lebensmonat keinen regelmäßigen Schlaf- und Essrhythmus haben, brauche ich eigentlich nicht zu erwähnen. Die natürliche Folge ist ein erheblicher Schlafmangel bei den Eltern, der einen durchaus belasten kann. Dazu kommt die Verantwortung für ein kleines, zerbrechliches und sensibles Lebewesen, das 24 Stunden am Tag überwacht werden muss. Und doch war nicht alles im ersten Monat meines Sohnes schlimm – sehr vieles war sogar sehr schön.

"Ich mache nicht alles, aber einiges richtig"

Die Kommunikation mit einem Säugling klappt noch nicht so recht – auch das ist bekannt. Und doch gibt es Momente, wo das Baby nicht zu sprechen braucht, um mit mir zu kommunizieren. Zum Beispiel sagt der entspannte Gesichtsausdruck des Kleinen beim Baden alles, was ich wissen will: "Mir geht es gut, ich vertraue dir". Momente, wo ich Milan auf den Arm nehme und er plötzlich aufhört zu weinen, lassen mich wissen: Ich mache vielleicht nicht alles, aber doch einiges richtig.

Natürlich bringt ein Kind eine riesige Umstellung mit sich – gerade, wenn es das erste Baby ist, wie in unserem Fall. Aber die Veränderungen sind nicht nur negativ: Seitdem Milan da ist, gehe ich regelmäßig spazieren – eine Aktivität, für die ich sonst wohl kaum Zeit gefunden hätte. Da unser Sohn bisher ohne Ausnahme immer sofort eingeschlafen ist, wenn er an die frische Luft gekommen ist, bieten die Spaziergänge auch eine gute Gelegenheit, um sich etwas zu entspannen – ja, das geht auch mit Baby!

Nach seinem ersten Lebensmonat wiegt Milan stolze 3.780 Gramm und entwickelt sich gut. Es gab in den ersten vier Wochen zwar viel Stress und wenig Schlaf – aber wir haben die Zeit gemeistert. Wir schauen uns trotz all des Stresses und der Hektik jetzt schon Fotos an, wo Milan noch im Krankenhaus war, lächeln, und freuen uns, dass unser kleiner Kerl schon "so groß" geworden ist. Letztendlich bleiben die schönen Erinnerungen doch irgendwie länger haften als die schlechten.

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