Erste Zigarette mit drei: Siebenjähriger raucht 16 Zigaretten am Tag

Nikotinsucht: Junge (7) aus Indonesien raucht 16 Zigaretten am Tag
Dihan Awalidan hatte seine erste Zigarette mit drei Jahren © Bulls | Barcroft Media, Sijori Images / Barcroft India

Junge aus Indonesien ist seit vier Jahren Kettenraucher

Dihan raucht 16 Zigaretten am Tag. Dabei ist der Junge aus Indonesien gerade einmal sieben Jahre alt. Zuvor waren es sogar noch mehr. Drei Packungen, um genau zu sein. Das sind 60 Zigaretten täglich! Denn Dihan ist Kettenraucher seit er drei Jahre alt ist.

Statt draußen zu spielen, zündet er sich mit seinen Freunden Nawan (11), Jujun (7) und Dede (8) lieber ein paar Glimmstengel an. Die Eltern seien dagegen machtlos, sagen sie. "Wenn er keine Zigaretten bekommt, wird er sauer und klaut sie einfach", erzählt sein Vater Iyan (36) gegenüber dem 'Mirror'. Was die Sache nicht einfacher macht: Seine Eltern sind selbst beide Raucher.

Zwar hat Dihan seinen Zigaretten-Konsum mittlerweile reduziert, ganz aufhören will er aber nicht. Trotz der Warnhinweise auf den Packungen, glaubt der Junge nicht, dass die abschreckenden Bilder echt sind. Und das, obwohl seine Lippen vom vielen Rauchen schon ganz dunkel geworden sind.

"Wenn Dihan nicht raucht, weint er", erzählt seine Mutter Tati (32) verzweifelt. "Jetzt raucht er heimlich, nicht mehr öffentlich so wie früher. Er raucht in den Feldern in der Nähe unseres Hauses."

Das Beunruhigende: Die Zahl der nikotinabhängigen Kinder in Indonesien steigt immer weiter an. Ein Drittel der jungen Leute hat die erste Zigarette bereits vor dem zehnten Lebensjahr geraucht. Tabak gehört zu den wichtigsten Export-Produkten des Landes und ist damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

"Wenn du durch Indonesien fährst, wirst du mit Tabak-Werbung bombardiert", sagt Matt Myers, Präsident der Kampagne 'Tobacco-Free Kids', im Interview mit dem 'Mirror'. "Das Rauchen ist hier nicht nur eine Angewohnheit, sondern auch die kulturelle Norm, die mit Werbung angepriesen wird, die wir im Westen seit 50 Jahren nicht mehr gesehen haben. Es ist ein Versagen der Regierung und ein Versagen der Industrie."

Bleibt zu hoffen, dass der kleine Dihan das Rauchen zukünftig noch weiter reduziert und bald ganz damit aufhört.

Anzeige