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Erste Hilfe Kurs: Das sollte man wissen

Erste Hilfe Kurs: Warum die stabile Seitenlage kein Leben rettet

Es passiert immer wieder, immer noch: Menschen sterben, weil Menschen zögern, zu helfen. Mangelt es am Wissen? Oder ist es wirklich Gleichgültigkeit? Ein Wissenschaftler sagt: Das Problem könnte woanders liegen. Nämlich bei den Erste-Hilfe-Kursen selbst.

Im Erste Hilfe Kurs lernen, wie man Leben rettet
Erste Hilfe Kurs: Kein Zögern am Unfallort © dpa bildfunk

Patrick Wagner (32) ist Medizin-Doktorand an der Berliner Charité und untersucht die Qualität von Erste-Hilfe-Kursen. Ein Jahr lang hat er dafür Kurse aller Anbieter besucht, getarnt als normaler Teilnehmer. Jetzt ist er sicher: Wenn wir mehr Leben retten wollen, müssen wir bei den Kursen anfangen. Denn seine Untersuchungen haben ergeben: „Sehr wenige Dozenten machen überhaupt Anstrengungen, den Teilnehmern die Angst zu nehmen. Häufig beobachten wir sogar das Gegenteil: Durch Horrorgeschichten werden die Teilnehmer abgeschreckt, selbst etwas zu tun.“

Fast 90 Prozent der volljährigen Deutschen haben einen Ersthelfer-Kurs besucht. Allerdings ist der im Schnitt zehn Jahre lang her. Und mit der Theorie ist es noch lange nicht getan: Laut Rotem Kreuz leistet bei 60 Prozent der Unfälle in Deutschland kein Laie Erste Hilfe. Eine Studie von ADAC und Rotem Kreuz belegt zudem: Nur ein Drittel der Befragten kannte die Sofortmaßnahmen am Unfallort, mehr als 60 Prozent konnten den Zustand eines Verletzten nicht richtig kontrollieren. Laut Rotem Kreuz sind Deutschlands Autofahrer zwar häufig davon überzeugt, Erste Hilfe leisten zu können, doch bei den praktischen Fähigkeiten hapert es gewaltig.

Wir zeigen, wie Autofahrer bei einem gestellten Unfall reagieren und wie die Angst vor der Ersten Hilfe überwunden werden kann. Außerdem: Warum die stabile Seitenlage kein Leben rettet und was wirklich in einem Notfall zu tun ist.

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