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Erste gemeinsame Wohnung & Co.: Die fünf größten Fallen in einer neuen Beziehung

Birgit Ehrenberg
Birgit Ehrenberg gibt Tipps in Sachen Liebe

Gefahren erkennen und vermeiden

Ich wünsche wirklich allen Menschen, die allein sind und es nicht mehr sein möchten, dass 2016 die Liebe in ihr Leben kommt. Ich weiß, dass all jene, die sich nach der Liebe sehnen, glauben, dass damit das Glück einzieht und unverbrüchlich bleibt. Das ist leider nicht ganz wahr. Ich will jetzt um Himmels willen nicht mit dem Thema „Beziehungsarbeit“ anfangen, wer will davon hören oder lesen, wo das Liebesjahr 2016 noch so frisch und verheißungsvoll vor uns liegt. Ich bin kein Spielverderber. Aber damit die Liebe dauerhaft Freude macht, sollte man zumindest auf eine Handvoll Herausforderungen vorbereitet sein, die im ersten Jahr, die in den ersten Jahren, auf einen zukommen können. Schreibt Euch die potentiellen Fallen einfach hinter die Ohren. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt – das gilt fürs ganze Leben und besonders für die Liebe.

Falle 1: Der erste gemeinsame Urlaub

Das ist einer der herrlichsten Aussichten am Anfang einer Beziehung, finde ich: Zusammen wegfahren. Vielleicht zwei Wochen lang jede Minute miteinander zu verbringen und zu genießen. Das klappt trotz aller Schmetterlinge im Bauch nicht immer! Wichtig: Achtet bei der Planung unbedingt auf die Erfüllung eigener Wünsche und geht gerade zu Anfang keine Kompromisse ein, die Euch noch Jahre später einholen. Beispiel: Wenn Ihr Winterurlaube nicht ausstehen könnt, dann macht keinen Winterurlaub. Der wird nämlich auch mit dem besten aller Männer nicht schön, wenn man Kälte einfach nicht vertragen kann. Und wie wollt Ihr erklären, dass Ihr Winterurlaube doof findet – wenn Ihr einmal einen mitgemacht und Begeisterung vorgegaukelt habt? Was das Thema „Urlaub“ angeht, von Anfang an mit offenen Karten spielen!

Falle 2: Die erste gemeinsame Wohnung

Der Wunsch nach Nähe ist da, die ewigen Fahrten von Stadtteil A nach Stadtteil B und die doppelte Haushaltsführung (Lebensmittel, Kosmetik – alles ist zwei Mal vorhanden) nerven – und überhaupt, man ist miteinander wirklich glücklich, warum also nicht zusammen ziehen? Das ist eine gute Idee, aber Achtung: Hier trennt sich Spreu von Weizen. Ich kenne Paare, die passen hervorragend zusammen, in jeder Hinsicht – in fast jeder Hinsicht, das stellen sie fest, wenn sie eine gemeinsame Wohnung einrichten. Die Leute kriegen sich in die Haare, was das Einrichten angeht, das kann man sich nicht vorstellen. Wenn man auf einen Menschen trifft, der es innenarchitektonisch ganz anders mag als man selbst, gibt es nur eine pragmatische und demokratische Lösung: Jeder kriegt ein Zimmer, das er einrichten darf. Beispiel: Der eine das Schlafzimmer, der andere das Wohnzimmer. Dann ist die Wohnung vielleicht nicht aus einem Guss, aber die Liebe.

Falle 3: Eine Familie gründen

Wenn alles läuft, dann entsteht früher oder später der Wunsch nach einer Familie. Folge: Es geht bei der Erotik nicht mehr nur um Erotik, sondern um Fortpflanzung. Das verändert die Sexualität eines Paares grundlegend. Paare, bei denen es sofort klappt mit der Erfüllung des Kinderwunschs, können sich froh schätzen, wobei auch schon die Schwangerschaft viele Liebende auf eine Probe stellt. Es geht nicht mehr nur um zwei, Frau und Mann, sondern das Baby ist auch immer schon mit im Spiel, in der Gegenwart und in der Zukunft. Eine ganz besondere Herausforderung ist es, wenn sich der Wunsch nach einem Baby nicht sofort – oder nur mit medizinischer Hilfe erfüllen lässt. Das kommt häufig vor. Dann dreht sich irgendwann alles nur noch um die Biologie, und man muss sich echt entscheiden, wie wichtig einem die Liebe ist, ob man sie dem Kinderwunsch unterordnet – und damit die Liebe unter Umständen zerstört.

Falle 4: Eltern werden, Liebende bleiben

Über das Thema gibt es unzählige Bücher. Ein Baby ändert alles. Vor allem verändern sich die Frauen, die Mutter geworden sind, oft. Sie „vermuttern“, der Mann kommt nur noch als Vater vor, nicht mehr als Geliebter. Da schleichen sich schnell Verstimmungen ein beim Mann, die werden meistens unter den Tisch gekehrt, weil der Mann ein schlechtes Gewissen hat, dass er sich vernachlässigt fühlt, er ist schließlich schon groß. Wichtig: Das Schweigen brechen! Aus dieser Konfliktvermeidung entsteht irgendwann eine gefährliche Distanz zwischen den Partnern, die zum endgültigen Bruch führen kann.

Falle 5: Ein Seitensprung

Wenn die Leidenschaft nachlässt, liegt es selten daran, dass die Partner keine Lust mehr haben. Sie haben nur weniger Lust aufeinander. Das hat aber selten etwas mit mangelnder Liebe zu tun, das ist die gute Nachricht. Die wahre Liebe, die Sicherheit und Geborgenheit mit sich bringt, hat eben auch ihre Preis: Das Neue und das Aufregende fehlt. Der Mensch sehnt sich aber nun mal nach Aufregung und Abenteuer, die Versuchung, fremdzugehen ist groß.

Wer das nicht möchte, muss ins Liebesleben investieren und auch mal die Komfortzone ein Stückchen verlassen. Raus den alten Schuhen, Dinge ausprobieren, mutig sein. Immer neu auf den anderen zugehen , ihn neu entdecken. Und: Wenn es dennoch zum einem Seitensprung gekommen ist und das eine einmalige Sache ohne jede weitere Bedeutung ist, bitte gründlich darüber nachdenken, ob es bei allem Kummer die Sache wert ist, die Beziehung zu beenden. Die Falle ist in diesem Fall also nicht der Seitensprung, sondern der Umgang damit...

Nur die Liebe zählt. Eure Birgit

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