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Eröffnungsphase: Darum beginnt die Geburt

Eröffnungsphase: Darum beginnt die Geburt
Es gibt neue Erkenntnisse zu der Eröffnungsphase der Geburt © Fotowerk - Fotolia

Jahrelang standen Wissenschaftler vor einem Rätsel, wenn es darum ging, wie der Körper nach 40 Schwangerschaftswochen die Geburt einleitet. Nun aber gelang australischen Wissenschaftler ein Durchbruch: Sie haben herausgefunden, dass der Körper ein bestimmtes Protein freisetzt, das die Gebärmutter dazu bringt, sich zusammenzuziehen und mit den ersten Kontraktionen die Eröffnungsphase einzuleiten.

Wissenschaftler haben herausgefunden, was die Eröffnungsphase der Geburt einleitet

Noch immer kann die Wissenschaft nicht erklären, wie genau die Terminierung der Geburt funktioniert. Auch der Geburtstermin kann durch das neue Wissen nicht wesentlich genauer hervorgesagt werden. Doch die Forscher kennen nun den Grund für den Beginn der Eröffnungsphase einer Geburt: Das freiwerdende Protein ist wie ein Schalter, der umgelegt wird, und die Gebärmutter zum Zusammenziehen bringt – ähnlich wie bei einem gestreckten Muskel.

Neue Erkenntnisse zur Eröffnungsphase können gezielt eingesetzt werden

Diese Erkenntnisse könnten helfen, um zu frühe Geburten zu verhindern oder zu späte Geburten einzuleiten. Besonders übergewichtige Frauen haben häufig Probleme mit verzögerten Geburtsterminen.

"Wir haben Jahrzehnte lang danach gesucht, was die Geburtswehen einleitet", erklärt Professor Shaun Brennecke von der Universität in Melbourne. "Das Protein wirkt tatsächlich wie ein Schalter, der Wehen einleitet. Es hat nicht - wie zuvor vermutet - mit vielen verschiedenen hormonellen Veränderungen zu tun."

Die Studien zielen darauf ab, Alternativen zu gefährlichen Kaiserschnitten zu finden, die momentan häufig bei übergewichtigen Frauen angewendet werden. Die Forscher fanden heraus, dass fettleibige Mütter nicht genug dieses Proteins produzieren, welches zur Eröffnungsphase führt. So können die Folgereaktionen, die zu der Geburt führen, nicht hervorgerufen werden. "Diese Frauen reagieren auch nur sehr schwach auf die derzeitigen Formen der Geburtseinleitung", erklärt Professor Helena Parkington von der Monash Universität.

Die Wissenschaftler wollen nun ein Mittel entwickeln, dass den Körper anspornt, mehr dieses Proteins zu produzieren, oder eins, dass die Notwendigkeit des Proteins völlig abschafft und es ersetzt.

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