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Erkältung: Diese Medikamente helfen gegen Husten und Schnupfen

Anti-Grippe-Tipps
Sprühen hilft - zumindest gegen die Symptome einer fiesen Erkältung. © picture alliance / dpa, Oliver Berg

Stiftung Warentest rät von Kombipräparaten ab

Rote Nasen, Gekrächze und Gehuste an jeder Ecke - ja, es ist wieder Erkältungszeit und Hochsaison für Erkältungsmittel. Wer ungern zum Arzt geht, versucht sich erst mal mit frei verkäuflichen Mitteln aus der Apotheke selbst zu kurieren. Aber helfen die auch wirklich? Stiftung Warentest hat diese Frage jetzt beantwortet. Welche Erkältungs-Mythen können Sie lieber vergessen und worauf können Sie verzichten?

Was gegen eine richtig fiese Erkältung hilft, da scheint jeder so seine eigenen Favoriten zu haben. Vor allem Kombi-Präparate gegen Erkältung verkaufen sich gut, doch gerade die fallen bei Stiftung Warentest durch. Der Grund: In diesen Präparaten stecken viele verschiedene Wirkstoffe. "Kombi-Mittel sind wie ein Schrotschuss - sie wirken ungezielt und die Nebenwirkungen sind schlecht zu überschauen", erklärt Johanna Lederer von der Stiftung Warentest.

Die Tester raten zu einzelnen Präparaten: gezielt Nasenspray gegen Schnupfen oder Schmerztabletten gegen Kopfschmerzen. "Das ist gezielt und auch noch preiswert, weil diese Mittel mit nur einem Wirkstoff oft nicht so bekannt sind und dennoch gut helfen", so die Test-Expertin.

Grippe-Mythen auf dem Prüfstand

In Sachen Erkältung gibt es aber viele hartnäckige Mythen. Damit räumt der Arzt Dr. Reinhard Bauer jetzt auf.

Erkältung werden durch Kälte verursacht

Stimmt nicht ganz! "Eine Erkältung, das ist ein Infekt, meist ein Virusinfekt. Aber die Kälte senkt die Abwehrbereitschaft", sagt Dr. Bauer. Die Schleimhäute in der Nase und im Mund sind dadurch durchlässiger für Viren und Bakterien.

Nase schnäuzen ist besser als hochziehen

Die Nase hochzuziehen, ist unschädlich und zu empfehlen. "Die Nase schnäuzen? Das ist so eine Sache. Wenn Sie zu viel Druck ausüben, dann drücken Sie den Schleim, Viren und gegebenenfalls Bakterien in die Nasennebenhöhlen, das gibt Ärger", erklärt der Arzt.

Viel Vitamin C hilft immer

Wer krank ist, sollte jede Menge Orangen und Zitronen essen - am besten als heiße Zitrone. Oder etwa doch nicht? "Einige glauben, das bringt gar nichts, manche meinen, es verkürzt die Krankheit um einen halben Tag", sagt der Mediziner. Auch problematisch: Durch das Erhitzen der Zitronen werden 30 bis 40 Prozent des enthaltenen Vitamin C zerstört.

Es bleibt die Erkenntnis: Keines der getesteten Mittel kann sicher dazu beitragen, dass die Erkältung schneller vorbei ist - denn die Präparate lindern nur die Beschwerden. Aber das ist angesichts tropfender Nase oder schmerzender Glieder ja auch schon mal besser als nichts.

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