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Er will kein Kind - was tun?

Er will kein Kind - was tun?
© Robert Kneschke - Fotolia, Robert Kneschke

Ungewollte Schwangerschaft kann Konflikte auslösen

Er will kein Kind - doch es ist eines unterwegs: Eine ungewollte Schwangerschaft löst in vielen Beziehungen Streit aus. Sie will, er nicht - doch wer entscheidet am Ende über eine Abtreibung oder das Austragen des Kindes? Kann man einen Konflikt womöglich vermeiden?

Von Merle Wuttke

Leider sind die rosa Doppelstreifen auf dem Teststäbchen des Schwangerschaftstest nicht für alle Paare sofort ein Grund zur Freude. Manche fühlen sich noch nicht reif genug für ein Kind, andere wiederum zu alt. Manche hadern mit ihrer beruflichen oder finanziellen Situation, für andere ist es der falsche Zeitpunkt bzw. der falsche Mann oder die falsche Frau. Glücklicherweise verziehen sich nach diesem erstem Schreck, recht bald die dunklen Wolken im Herzen und ein typisches Strahlen stellt sich bei den Partnern ein: Wir sind schwanger - und stolz drauf!

Dennoch: Laut Umfragen aus dem Jahr 2006 will ein Viertel der Männer zwischen 20 und 49 Jahren keine Kinder. Ihre Gründe: keine Zeit mehr für sich, weniger Geld, mögliche Probleme in der Beziehung. Zu banal, um wahr zu sein? Leider nein. Wird die Partnerin dann trotzdem schwanger, erhöht sich in der Beziehung der Druck immens. Manche Männer drängen die Frauen zu einer Abtreibung, andere ziehen sich komplett aus der Partnerschaft heraus und zurück bleibt ein paar Monate nach der Geburt eine allein erziehende Mutter.

Ähnliche Probleme entstehen, wenn die Frau das Kind nicht will und abtreibt, ohne den Mann mit in die Entscheidung eingebunden zu haben. Denn, klar, der Bauch gehört ihr, aber das Baby beiden Partnern. Also sollten auch beide gemeinsam entscheiden, wie damit umgegangen wird. Rechtzeitig über Kinder sprechen. Um spätere, ernsthafte Konflikte in der Beziehung zum Thema Nachwuchs zu vermeiden raten Paartherapeuten, von Anfang an mit offenen Karten in einer Beziehung zu spielen. Frisch Verliebten mag es albern vorkommen, sich nach den ersten Wochen bereits Gedanken über Kinder zu machen, aber nur so lässt sich eine herbe Enttäuschung vermeiden, bevor es zu spät ist.

Nicht selten sind es nämlich gerade die Männer, die ihre Partnerinnen vertrösten und vertrösten - und plötzlich ist sie 39 und der Babyzug fast abgefahren. Umgekehrt gilt natürlich genauso: Wenn eine Frau sich in ihrem Leben niemals als Mutter sieht, sollte sie das dem Mann rechtzeitig mitteilen. Aber erst schwanger werden, und dann das Problem angehen, funktioniert nicht. Dabei bleibt mindestens immer einer auf der Strecke – und das ist leider meistens das Kind.

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