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Equal Pay Day: Frauen verdienen ein Viertel weniger

60 Prozent weniger Rente als Männer

Trotz Emanzipation und sexueller Revolution sind Frauen im Job noch immer im Nachteil. Sie verdienen im Vergleich zu den Männern 22 Prozent weniger Gehalt als Männer. Außerdem brauchen Frauen drei Monate länger, um das Jahresgehalt eines Mannes zu erreichen. Der jährliche Equal Pay Day - in diesem Jahr im März - macht auf diese Misere aufmerksam. Der Equal Pay Day ist demnach der Tag, bis zu dem Frauen im Schnitt länger arbeiten müssen, um rein rechnerisch genauso viel Geld verdient zu haben wie Männer bereits am Ende des Vorjahres.

Lohnunterschied, Equal Pay Day
Frauen verdienen ein Viertel weniger als Männer © Sven_Vietense - Fotolia

Laut Statistischem Bundesamt verdienten Frauen in Deutschland im Jahr 2012 nach wie vor 22 Prozent weniger als Männer. Bei Akademikerinnen liegt die Lohnlücke bei 28 Prozent, in Führungspositionen bei 30 Prozent. Nach dem Ende ihres Berufslebens erhalten Frauen eine rund 60 Prozent niedrigere Rente als Männer, stellen die Initiatoren des Equal Pay Day in ihrer Pressemitteilung fest.

Gesundheitsberufe: Ein Fünftel der Lohnlücke

Den Fokus legen die Initiatoren in diesem Jahr auf die Gesundheitsberufe, die als traditionelle Frauenberufe schlechter bezahlt werden als gleichwertige Ausbildungsberufe. Etwa ein Fünftel der Lohnlücke ist darauf zurückzuführen. "Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor auf männliche Erwerbsbiografien ausgelegt und bewertet Frauen- und Männertätigkeiten und -gehälter nach alten Rollenvorstellungen", sagt Henrike von Platen, Präsidentin der Business and Professional Women (BPW) Germany, in einer Pressmitteilung. Geschlechtergerechte Tarifverträge fehlen nach wie vor. So geht das Heben schwerer Lasten etwa bei Müllmännern in die Lohnfindung mit ein. In Pflegeberufen ist das nicht der Fall.

Zum Equal Pay Day sind deutschlandweit mehr als 700 Aktionen geplant. Mit roten Taschen, dem Symbol der ungleichen Bezahlung, wird darauf aufmerksam gemacht.

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