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Equal Pay Day 2017: Darum liegen 'Frauenberufe' bei der Bezahlung hinten

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Erzieherinnen verdienen viel weniger als Techniker oder Ingenieure. © Miodrag Gajic

'Gender Pay Gap': Die Gehalts-Unterschiede sind deutlich

Mehr Frauen in technische Berufe. Das wird häufig als Lösung für die Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern vorgeschlagen. Doch warum werden bestimmte Berufe überhaupt höher entlohnt?

"Historisch galten Frauen als weniger kompetent und leistungsfähig im Bereich der Erwerbsarbeit als Männer."

Die unterschiedliche Bezahlung in verschiedenen Branchen wird als ein wichtiger Faktor für den sogenannten Gender Pay Gap gesehen - also für den Unterschied im Bruttoverdienst von Männern und Frauen. Die Lücke lag in Deutschland 2016 bei 21 Prozent - nach 22 Prozent im Jahr 2015, wie das Statistische Bundesamt erklärte. 14 Euro pro Stunde verdient eine Erzieherin, 16 Euro ein Sozialpädagoge. Ein Techniker bekam im Jahr 2014 18 Euro und ein Ingenieur sogar 29 Euro. 

"Es gibt viel Ungerechtigkeit in der Bezahlung von Männern und Frauen, aber ein großer Teil des Unterschieds kommt durch Branchen- und Berufswahl, Dienstalter und Beschäftigungsumfang", sagt Helmut Uder von der Unternehmensberatung Willis Towers Watson. Frauen unterbrechen nach wie vor länger für die Familie und arbeiten hinterher öfter in Teilzeitjobs. Das von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) geplante Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit, das Beschäftigten erlaubt zu erfahren, wie sie im Vergleich zu anderen bezahlt werden, dürfte daran kaum etwas ändern.

Denn allein 15 Prozent des Gender Pay Gaps liegen nach Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft an der Branche. Und das Gefälle lässt sich klar entlang klassischer Männer- und Frauenberufe ablesen. Laut der Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung lag der Stundenlohn in Berufen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, 2014 im Schnitt um acht Euro niedriger als in männlichen dominierten Berufen bei gleicher Ausbildungszeit.

Die Gründe dafür sieht Corinna Kleinert vom Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in Bamberg teilweise in der historischen Entwicklung. Die Bezahlung von Berufen sei lange gewachsen. "Historisch galten Frauen als weniger kompetent und leistungsfähig im Bereich der Erwerbsarbeit als Männer." Ihnen standen daher vor allem haushaltsnahe Berufe offen, und solche "typisch weiblichen" Tätigkeiten wurden in der Folge auch geringer entlohnt. "Daher wird auch von einer bis heute anhaltenden Entwertung von Frauenberufen gesprochen."

Technische Berufe würden dagegen traditionell häufiger von Männern ausgeübt und daher höher entlohnt. "Ein weiteres Merkmal dieser Berufsgruppen ist, dass es ihnen gelang, Zugänge dazu stärker zu begrenzen und sich stärker gewerkschaftlich zu organisieren als in Frauenberufen", sagt Kleiner. Auch dadurch konnten sie höhere Löhne erzielen. "Kindergärtnerinnen haben es nie geschafft, ihren Beruf so stark zu schließen und diese Schließung in Lohnvorteile umzuwandeln wie Ingenieure."

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