Entscheidung über Leben und Tod: Mutter lässt ihre Tochter (12) sterben

Mutter lässt ihre Tochter sterben
Charlotte Fitzmaurice mit ihrer Tochter. Damals gaben die Ärzte an, Nancy würde ihren vierten Geburtstag nicht erleben. Nun ist sie mit zwölf Jahren gestorben. © Bulls | South West News Service, SWNS.com

Charlotte: "Der letzte Tag, war der härteste meines Lebens"

Es sind unvorstellbare seelische Qualen, die eine Mutter aus England durchmachen musste, bis sie sich zu der Entscheidung durchringen konnte, ihre Tochter sterben zu lassen.

Nancy Fitzmaurice ist tot, ein Mädchen von zwölf Jahren. Bis sie sterben durfte, war es ein langer Weg. Geboren wurde sie im Jahr 2002. Das Mädchen kam blind zur Welt, hatte schwere Meningitis, einen 'Wasserkopf', konnte nie richtig sprechen, essen, trinken und gehen. Nancy war ihr ganzes kurzes Leben lang schwerstbehindert. Ärzte sagten nach der Geburt, sie werde keine vier Jahre alt werden.

Ihre Eltern kämpften trotzdem um das Leben ihrer kleinen Tochter. Charlotte Fitzmaurice gab ihre Arbeit als Krankenschwester auf und kümmerte sich rund um die Uhr um Nancy – zwölf Jahre lang, Tag wie Nacht.

Im Sommer diesen Jahres stand im Londoner 'Great Ormond Street Hospital' eine OP an – Nancy sollten Nierensteine entfernt werden, wie mehrere englische Medien übereinstimmend berichten. Doch es kam zu schweren Komplikationen – seither hatte das Mädchen ständig qualvolle Schmerzen. Genug für ihre Familie, die eine herzzerreißende Entscheidung fällte: "Ich glaube, Nancy hat genug gelitten. Auch wenn es mein Herz bricht, ich appelliere, dass Nancy in Würde sterben darf", so Charlotte Fitzmaurice.

Das Krankenhaus durfte die lebenserhaltenden Maschinen aber nicht abstellen. Erst mussten Richter darüber entscheiden. "Die Liebe, Hingabe und Kompetenz der Mutter sind offensichtlich", sagten die Richter bei der Urteilsverkündung. "In ihrer eigenen geschlossenen Welt hatte Nancy einige Lebensqualität, das ist nun nicht mehr der Fall. Wir haben große Bewunderung für die Entscheidung der Mutter und empfinden tiefe Anteilnahme", so die Richter weiter. Nancy konnte also in Würde – wie es sich Charlotte Fitzmaurice gewünscht hatte – sterben. 14 Tage später war Nancy tot.

Charlotte konnte für ihre Tochter nichts mehr tun

"Der letzte Tag war der härteste meines Lebens. Ich vermisse mein schönes Mädchen jeden Tag. Obwohl ich weiß, das Richtige getan zu haben, ich werde mir das nie verzeihen", sagt die Mutter und fügt an: "Eine Mutter sollte nie entscheiden müssen, das Leben des eigenen Kindes zu beenden.“

Auch wenn die Entscheidung unbegreiflich schwer ist: Charlotte konnte für ihre Tochter nichts mehr tun – medizinisch schon gar nicht. Und so tat sie das einzig richtige: Sie hielt die Hand der kleinen Nancy, bis sie nicht mehr atmete und für immer einschlief.

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