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Entbindung: Welche Geburt passt zu mir?

Umso näher die Entdindung rückt, um so mehr stellt sich die Frage: Wo soll das Kind zur Welt kommen?
Umso näher die Entdindung rückt, um so mehr stellt sich die Frage: Wo soll das Kind zur Welt kommen? © dpa, Patrick Pleul

Die Wahl des richtigen Geburtsortes

Wenn eine Schwangerschaft das ersehnte Wunschkind ankündigt, ist die Freude groß. Aber je größer die Vorfreude wird, desto näher rückt auch die Geburt - ein wahres Abenteuer. Zur Geburtsvorbereitung gehört für jede Frau aber auch die Überlegung, wo sie das Kind zur Welt bringen möchte.

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Zu Hause, im Geburtshaus oder Kreißsaal? Die Auswahl an Geburtsorten ist groß. Daher lohnt es sich, vorab genaue Informationen über den einen oder anderen Ort einzuholen. Je mehr Schwangere darüber wissen, desto unbeschwerter und entspannter können sie sich auf das Abenteuer Geburt einstellen.

Hausgeburt: Hebamme früh kennenlernen

Jährlich kommen etwa 10.000 bis 12.500 Kinder außerhalb von Krankenhäusern auf die Welt. Oftmals entscheiden sich Schwangere bewusst für eine Hausgeburt, weil sie sich in der häuslichen Umgebung am wohlsten fühlen. Zumal: Im Mittelalter war es normal, dass Kinder zu Hause beboren wurden. Heute ist es eher die Ausnahme und wird nicht selten kritisch gesehen - von Ärzten und der Umgebung. Voraussetzung für eine Hausgeburt ist immer, dass vor, während und nach der Geburt alles glatt läuft. Dennoch kann keine Hebamme ausschließen, dass nicht doch etwas passiert. Aber völlig egal, welcher Geburtsort gewählt wird: in 4,3 von 1.000 Fällen kann es zu Komplikationen wie Hirnschäden, Knochenbrüchen oder Tod während oder nach der Geburt kommen.

Bewiesen ist dagegen, dass Frauen, die außerhalb einer Klinik entbinden weniger Schmerzmittel bekommen und seltener Riss- oder Schnittverletzungen des Damms davontragen. Aber: 45 Prozent aller Erstgebärenden, die sich für eine Geburt außerhalb der Klinik entschieden, mussten während der Geburt in ine Klinik verlegt werden. Auf solche Notfälle muss sich jede Schwangere mit Hausgeburt einstellen!

Frauen, die eine Hausgeburt in den eigenen vier Wänden planen, sollten zwischen der zwölften und 20. Schwangerschaftswoche die Hebamme kennenlernen. Denn Nähe und Vertrauen spielen für eine intime Hausgeburt eine große Rolle. Obwohl mit einer Hausgeburt wenige - aber dennoch vertretbare - Risiken verbunden sind, entscheiden sich nur rund zwei Prozent der Schwangeren für eine Hausgeburt.

Die Gründe, die dagegen sprechen, sind nicht von der Hand zu weisen. Treten Komplikationen schon während der Schwangerschaft auf, sollten Frauen eine Geburt unter ärztlicher Aufsicht im Krankenhaus favorisieren. Kommt eine Hausgeburt in Fragen, müssen Hebamme und Frauenarzt frühzeitig informiert werden. Ratsam ist ebenfalls, drei bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin Kontakt mit einem Kinderarzt aufzunehmen. Dieser sollte bereit sein, gleich nach der Entbindung zu Hause vorbeikommen, falls das Kind ärztlich versorgt werden muss.

Sollte es bei der Geburt doch zu unvorhersehbaren Notfällen kommen, ist es wichtig, dass schwangere Frauen vorab eine Liste mit Notfall-Telefonnummern zusammenstellen. Rettungsdienst, die nächste Geburtsklinik, der Babynotarztwagen - alle Nummern sollten gut sichtbar in der Nähe des Telefons befestigt werden. Für den Fall der Fälle sollten die werdenden Eltern auch eine Tasche fürs Klinikum gepackt haben.

Geburtshaus: Rund-um-Versorgung für Schwangere

Im Geburtshaus werden Familien optimal betreut.
Im Geburtshaus werden Familien optimal betreut. © picture-alliance/ dpa, Heiko Wolfraum

Ein weiterer Geburtsort ist das Geburtshaus. Hier haben sich mehrere freiberufliche Hebammen zusammengeschlossen, um schwangeren Frauen eine Rund-um-Versorgung zu ermöglichen - angefangen bei der Geburtsvorbereitung bis hin zur Geburt und Wochenbettbetreuung samt Stillberatung. Durch die verschiedenen Angebote kann von Anfang an ein Vertrauensverhältnis zwischen der Schwangeren und den dortigen Hebammen aufgebaut werden.

Einige Geburtshäuser bieten auch nach der Geburt weitere Betreuungsmöglichkeiten für die Mütter, beispielsweise Stillberatung und -treffs sowie Rückbildungsgymnastik. Dort treffen die Frauen auf weitere frischgebackene Mütter, die untereinander Erfahrungen austauschen.

Klinik: Schnelle Versorgung bei der Geburt

Am häufigsten ist immer noch die Geburt im Krankenhaus. 99 Prozent aller Geburten finden in der Klinik statt, weil dort schnell auf Notfälle reagiert werden kann. Hier erhalten Frauen - anders als bei Hausgeburten oder im Geburtshaus - auch schmerzlindernde Medikamente. Zahlreiche Häuser laden schon im Vorfeld Schwangere zu Kreißsaalführungen oder Geburtsvorbereitungskurse ein, damit sich die Frauen frühzeitig an die Umgebung gewöhnen.

In manchen Krankenhäusern ist es üblich, dass Frauen ihre "eigene" Hebamme zur Geburt mitbringen können. Das sollte vorab jedoch geklärt werden. Wenn die ausgewählte Hebamme beim Krankenhaus angestellt ist, müssen sich Schwangere auf den Schichtwechsel einstellen. Es ist durchaus möglich, dass die Hebammen während der Geburt wechseln.

Vor allem in Großstädten ist es ratsam, sich frühzeitig bei der Klinik anzumelden. Beliebte Krankenhäuser können nämlich zum errechneten Geburtstermin ausgebucht sein. Darum: Entweder bis spätestens zur 10. Schwangerschaftswoche anmelden oder sich in anderen Häusern umschauen, denn die sind selten schlechter.

Ob Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt: Egal, für welchen Ort sich schwangere Frauen für die Geburt entscheiden - Hauptsache ist, sie fühlen sich dort wohl und sicher aufgehoben.