Energiesparlampen giftiger als gedacht?

Energiesparlampen sind möglicherweise giftiger als gedacht
© dpa, Armin Weigel

Schädliche Dämpfe aus "Öko-Lampen"

Energiesparlampen sind nicht nur gefährlich, wenn sie zerbrechen. Auch im Betrieb strömen schädliche Dämpfe aus.

Dass Energiesparlampen gefährliches Quecksilber enthalten, das beim Zerbrechen freigesetzt wird und ein Angriff auf unsere Gesundheit darstellt, ist bekannt. Schlimm, aber offenbar nicht schlimm genug für die Konsequenz, die vermeintlichen Öko-Lampen wieder aus dem Verkehr zu ziehen. Muss man eben vorsichtig sein und nichts kaputt machen.

UND: Im Gegensatz zu Energiesparlampen enthalten LED-Lampen kein giftiges Quecksilber. "Es treten keine Dämpfe aus, wenn sie runterfällt und kaputtgeht", sagt Lothar Beckmann von der Stiftung Warentest. Allerdings haben die Hersteller von Energiesparlampen nachgerüstet: Zahlreiche Modelle enthalten mittlerweile Quecksilber in gebundener statt flüssiger Form und haben einen Splitterschutz.

Aber bei der Bruchgefahr bleibt es nicht. Das NDR-Magazin "Markt" hat jetzt herausgefunden, dass Energiesparlampen auch, wenn sie eingeschaltet sind, giftige Stoffe abgeben. Bei Tests im Labor wurde in Energiesparlampen unterschiedlicher Hersteller Phenol entdeckt. Phenole stehen im Verdacht, krebserzeugend zu sein. Sie werden während der Nutzung der Lampen an die Raumluft abgegeben. Beim Einatmen der Dämpfe (in höherer Konzentration) können Symptome auftreten wie Schleimhautreizungen, Atemlähmung, Delirien und Herzstillstand auftreten.

Phenole werden als Lösemittel und Weichmacher verwendet, so dass die Begründung der Hersteller, die Stoffe könnten "aus Klebstoffen und Einzelkomponenten der Lampe stammen" plausibel erscheint. Was den Umstand natürlich nicht besser macht.

Schadstoffe sind krebserregend

Damit nicht genug. Es sollen sich sogar weitere giftige Substanzen in den Energiesparlampen befinden, die ebenfalls bei der Nutzung auf die Umgebung übertragen werden. Es beruhigt nur wenig, dass ein Hersteller dem Programm mitteilte, "dass weder die Art der Substanzen noch ihre Konzentration die festgelegten Grenzwerte überschreitet". Denn auch geringste Mengen dieser Stoffe können das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken.

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