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Eltern und Großeltern: Streit bei der Kindererziehung

27.11.12 17:31
Eltern und Großeltern: Streit bei der Kindererziehung
 

Nicht zu streng mit Oma sein

Es ist ein Problem, das viele Familien kennen: Das Verhältnis zwischen Großeltern und Eltern ist nicht immer das beste. Nur wenigen gelingt es, eine harmonische Drei-Generationen-Lebensgemeinschaft aufzubauen.

Von Ursula Willimsky

Wenn Kinder zur Welt kommen, werden in allen Familien die Karten neu gemischt. Aus Eltern werden plötzlich Großeltern, die einen lebenden Beweis dafür haben, dass die eigene Brut endgültig erwachsen geworden ist. Jetzt heißt es, im wohldosierten Rahmen loszulassen - und zu helfen. Ein schwieriger Balance-Akt.
Wie sieht zum Beispiel die perfekte Großmutter aus? Sie wohnt um die Ecke, hat keinerlei eigene Hobbys oder Interessen, damit sie permanent als potenzieller Babysitter abrufbereit ist, und sie schöpft aus einem reichen Erfahrungsschatz, was Kindererziehung anbelangt. Allerdings gibt sie ihr Wissen nur preis, wenn sie danach gefragt wird. Ansonsten beachtet sie sklavisch genau die Erziehungsgrundsätze, die in der neuen, jungen Familie gelten. Oder sie wohnt relativ weit weg, damit man sich nicht aufgrund zu großer Nähe auf den Geist geht. Sie hat viele Hobbys und ein eigenes Leben, was es ihr erlaubt, sich nicht nur auf die Enkelkinder zu konzentrieren. Die Art und Weise, in der die eigene Tochter oder Schwiegertochter ihre Kinder erzieht, findet sie natürlich toll - und deswegen hält sie sich mit guten Ratschlägen zurück. Ach ja: Wenn man sie braucht, ist sie natürlich da.

Irgendwo dazwischen müssen sich die Generationen treffen. Und die Großeltern müssen akzeptieren: Heute gelten oft andere Regeln in der Kindererziehung. Denn viele Omas und auch Opas schwanken zwischen zwei Extremen: Zum einen verwöhnen sie die Enkel und unterlaufen damit die Erziehungsbemühungen der Mutter. Auf der anderen Seite müssen sich die Mütter aber auch oft anhören: "Du erlaubst denen zu viel, da musst du strenger sein!" Aber vor ein bis zwei Generationen hat man eben auf andere Dinge geachtet als heute. Ein Betthupferl nach dem Zähneputzen ist 2009 absolut tabu. Dafür müssen Kinder heute der ungeliebtenTante kein Bussi mehr geben. Die Zeiten ändern sich. Das sollten Großeltern respektieren, damit das Verhältnis zwischen ihnen und ihren Kindern einigermaßen harmonisch bleibt. Denn Kinder brauchen ihre Großeltern. Deshalb sollte man, wenn Oma und Opa weit weg wohnen, ganz bewusst den Kontakt halten. Mindestens zweimal im Jahr sollten die Enkel ihre Großeltern besuchen. Auch über Nacht, damit sie nicht zu Fremden werden. Außerdem sollten sie viel miteinander telefonieren, damit Oma und Opa nah dran bleiben am Leben der Kleinen.

Klare Regeln aufstellen

Egal, ob Oma jetzt um die Ecke wohnt oder 600 Kilometer entfernt: Gönnen Sie Ihren Kindern Zeit mit den Großeltern, die Kleinen genießen das. Oma und Opa kennen oft tolle Spiele, die in Vergessenheit geraten sind. Sie können Geschichten von früher erzählen. Sie sind oft entspannter, denn sie haben Zeit. Im Gegensatz zur Mutter müssen sie nicht nebenher den Haushalt schmeißen oder den Spagat zwischen Job und Zuhause hinbekommen. Großeltern können mit den Kindern spielen, ohne die Last der Verantwortung zu tragen: Wie man Kinder erzieht, das haben sie an ihren eigenen Kindern schon durchexerziert. Jetzt gilt eher das Genuss-Prinzip.
Und gerade da fängt in vielen Familien der Streit an: Zu viele Süßigkeiten. Zu viel Fernsehen. Zu langes Aufbleiben. Zu viele Mitbringsel. Zu wenig Regeln. Experten raten: Wenn die Großeltern sich regelmäßig um die Enkel kümmern, muss man mit ihnen klare Regeln vereinbaren, an die die Großeltern sich auch halten sollten. Eine offene Diskussion ist hier besser als ein beleidigter Rückzug. Die Kinder als Druckmittel einzusetzen und ihnen den Kontakt mit den Großeltern zu verwehren (siehe Spelling), ist ein absolutes No Go.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, hilft noch etwas, um die den Familiensegen zu retten: Nicht zu streng mit den Großeltern sein. Kinder verstehen recht schnell, dass bei Oma und Opa andere Regeln gelten als daheim. Wenn man ab und zu ein Auge zudrückt und darüber hinwegsieht, dass Oma beim letzten Besuch für die Kinder schon wieder süße Pfannkuchen gemacht hat statt einer Gemüsepfanne, wird das die Gesundheit der Kleinen kaum beeinträchtigen. Aber Tim und Co freuen sich, dass es eine Anlaufstelle gibt, bei der manches anders ist, als zu Hause. Und Oma freut sich, dass den Enkeln ihr Essen so gut schmeckt.
Und die Mama? Die kann ganz entspannt den Samstagsbummel in der Stadt genießen. Und dafür sorgen, dass morgen wieder was Gesundes auf dem Esstisch steht.

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