Eltern opfern sich für Sohn und verdursten in der Wüste

Ornella und David Steiner
Ornella und David Steiner kamen bei einer waghalsigen Wüstenwanderung ums Leben. © picture alliance / dpa, Dr

Enzo hat als Einziger die Wandertour in die Wüste überlebt

Es sollte ein Familienausflug werden, doch er endetet tödlich: Bei der Wanderung durch die Wüste im ' White Sands National Monument'-Nationalpark im US-Bundesstaat New Mexiko ist das französische Ehepaar Ornella und David Steiner verdurstet. Mit dem unzureichenden Wasservorrat, den sie dabei hatten, konnten sie nur ihren neunjährigen Sohn Enzo retten, berichtet die Zeitung 'Alamogordo News'.

Der Junge habe überlebt, weil er doppelt so viel Wasser getrunken habe, wie seine Eltern. Für jeden Schluck, den sie tranken, hätten sie ihm zwei gegeben, sagte Benny House, der zuständige Sheriff. Als die Parkwächter den Jungen gefunden haben, sei dieser zwar ausgedörrt gewesen, war aber ansonsten in guter Verfassung. Neben ihm fanden sie die Leiche seines Vaters. Zuvor hatten die Parkwächter seine Mutter gefunden. Durch die Fotos auf der Kamera, die die Mutter bei sich trug, wäre ihnen klar geworden, dass die 51-Jährige nicht allein unterwegs war und sie machten sich auf die Suche nach Enzo und seinem 42-jährigen Vater.

Enzo berichtete, dass seine Mutter in Richtung Parkplatz umgekehrt sei, weil sie sich schlecht gefühlt habe. Sein Vater habe die Gefahr wohl unterschätzt und ist mit ihm weitergelaufen. Bei den Leichen des Paares wurden zwei leere 600 Milliliter Wasserflaschen gefunden. Dabei erklärte der Sprecher des Parks Patrick O'Discroll, dass jedem Wanderer dazu geraten werden mindestens eine Gallone Wasser (ungefähr 3,8 Liter) mitzunehmen. Der Junge ist mittlerweile wieder in Frankreich. Am 9. August sei er mit seiner Großmutter in Paris gelandet, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP.

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