Eltern frieren tote Tochter ein, um sie in der Zukunft wiederbeleben zu lassen

Unheilbar krank: Matheryn litt an seltenem Tumor
Nach dem Tod eingefroren: Matheryn aus Thailand © Quelle: Facebook / Matheryn Naovaratpong

Die kleine Matheryn war unheilbar krank

Trauriger kann ein Leben eigentlich kaum beginnen: Matheryn Naovaratpong ist gerade einmal zwei Jahre alt und leidet an einer sehr seltenen Form von Krebs. Nach ihrem Tod wollen ihre Eltern sie einfrieren lassen – um sie in der Zukunft wiederzubeleben.

Als Matheryn aus Thailand eines Tages einfach nicht mehr aufwacht, bringen ihre Eltern sie sofort ins Krankenhaus. Die Diagnose: Das Kind leidet unter einem Ependymoblastom, einem sehr seltenen, bösartigen Tumor, der insbesondere bei Neugeborenen und Kleinkindern auftritt. In einer ersten Operation können die Ärzte nur die Hälfte des elf Zentimeter großen Tumors entfernen und müssen den verzweifelten Eltern mitteilen, dass ihre Tochter vermutlich nie wieder aufwachen wird. Sie raten ihnen, die lebensverlängernden Geräte abzustellen, um ihre Tochter von ihrem Leiden zu befreien.

Doch nur eine Woche später passiert ein kleines Wunder: Einz, wie ihre Eltern sie nennen, wacht wieder auf und überrascht ihre Familie und Ärzte. „Als wir sahen, dass sie auf verschiedene Stimulationsreize reagierte, haben wir uns entschieden, gegen den Krebs zu kämpfen“, sagt ihr Vater Sahatorn. Innerhalb mehrerer Monate muss sich Matheryn vielen Operationen und unzähligen Chemotherapien unterziehen. Zunächst sieht es so aus, als würde es dem kleinen Mädchen tatsächlich besser gehen, sie kann sogar wieder laufen. Doch im November letzten Jahres streut der Krebs erneut in Matheryns Gehirn und lähmt ihr Gesicht und ihre Muskeln.

Vorgang des Wiederbelebns noch nicht wissenschaftlich ergründet

„Wir haben erkannt, dass das das Ende ist und uns vorbereitet, uns von ihr zu verabschieden“, teilt ihr Vater mit. Am 8. Januar 2015 stellen die Eltern schweren Herzens die lebensverlängernden Maschinen ab und Matheryn stirbt im Kreis ihrer Familie. Doch anstatt ihre Tochter zu beerdigen, entscheiden sich die Eltern für eine sehr ungewöhnliche Alternative: Sie wollen den Körper ihrer Tochter einfrieren lassen, um sie in der Zukunft wiederbeleben zu lassen. Dies ist jetzt in Arizona, bei einem der größten Anbieter für diese Methode geschehen, wo Matheryns Körper und Gehirn getrennt voneinander bei -196 Grad eingefroren wurden. Bei dem Verfahren wird das gesamte Blut aus dem Körper gepumpt und mit einer speziellen Kühlflüssigkeit ersetzt. Was für die einen eher nach einem Hollywood-Blockbuster klingt, ist für andere pure Wissenschaft. In der Firma in den USA liegen noch andere eingefrorene Körper und Organe.

Ob man einen eingefrorenen Menschen, oder auf einzelne Organe tatsächlich in der Zukunft 'wiederbeleben' kann, ist noch unklar. Viele Forscher halten dies in der Zukunft jedoch für möglich. Matheryns Eltern sind zwar eher hoffnungsvoll als optimistisch, trotzdem sehen sie noch einen Vorteil in der Prozedur: „Zumindest haben wir ihren Körper dem Fortschritt der Forschung gewidmet“, erklärt ihre Mutter. Die Eltern hoffen, dass so irgendwann Tumore, wie auch ihre Tochter ihn hatte, geheilt werden können.

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