Eizellspende: Letzte Hoffnung bei unerfülltem Kinderwunsch

Für wen kommt eine Eizellspende in Frage?

Nachrichten von Frauen, die im Alter von 40 oder später anscheinend problemlos Mutter werden, wirken auf viele Frauen, die ihre Kinderplanung aufschieben wollen, beruhigend. Fakt ist aber leider, dass die Fruchtbarkeit von Frauen bereits ab dem Alter von 30 Jahren abnimmt. Viele Frauen können ab Mitte dreißig nur noch dank einer künstlichen Befruchtung schwanger werden. Doch auch diese Möglichkeit ist zeitlich begrenzt. Für viele Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ist die in Deutschland verbotene Eizellspende (Oozytenspende) die letzte Option. Wie funktioniert sie? Und für wen eignet sich eine Eizellspende?

Eizellspende: Letzte Hoffnung bei unerfülltem Kinderwunsch
Frauen, die nicht auf natürlichem Weg schwanger werden können, kann eine Eizellspende zum Wunschkind verhelfen. Die Spende von Eizellen ist zwar in Deutschland verboten, in vielen anderen europäischen Ländern jedoch erlaubt. © Fotolia

Im Normalfall produziert eine Frau jeden Monat eine reife Eizelle. Wird diese befruchtet, entwickelt sich aus ihr ein Embryo, der sich während der Schwangerschaft weiterentwickelt. Die Eizelle enthält sämtliche genetische Informationen einer Frau. Jede gesunde Frau hat von ihrer Geburt an etwa 400.000 unreife Eizellen in ihren Eierstöcken. Es gibt jedoch Gründe, warum Frauen keine Eizellen mehr haben, sodass sie folglich nicht schwanger werden können: Schuld daran kann eine verfrühte Menopause sein. Dies ist bei etwa fünf Prozent aller Frauen der Fall. Diese Frauen kommen zwischen 10 und 20 Jahren früher in die Wechseljahre als üblich. In dem Fall können in den Eierstöcken keine Eizellen mehr reifen. Aber auch Eierstockkrebs, der die Entfernung der Eierstöcke notwendig macht, kann ein Grund dafür sein, dass die Frau über keine Eizellen mehr verfügt.

Frauen, die beispielsweise unter einer genetischen Erkrankung wie der Bluterkrankheit leiden, raten Ärzte häufig von einer Schwangerschaft ab, da das Risiko hoch ist, dass sie die Krankheit an ihre Kinder weitergeben. Auch diese Frauen können also nicht ihre eigenen Eizellen nutzen, um schwanger zu werden.

So läuft die Eizellspende ab

In Deutschland ist die Eizellspende illegal, das Embryonenschutzgesetz verbietet sie. Demnach würden sich Ärzte strafbar machen, wenn sie diese Behandlung anböten. In vielen anderen europäischen Ländern sieht die Lage anders aus. In Tschechien und Spanien beispielsweise ist die Eizellspende erlaubt.

Spenderinnen können gesunde Frauen zwischen 18 und 35 Jahren werden. Sie müssen sich vor der Eizellspende zahlreichen ärztlichen Untersuchungen unterziehen, die auch genetische Tests umfassen, um eventuelle familiäre Vorbelastungen abzuklären. Zudem werden ein Aids-Test sowie Untersuchungen auf weitere sexuell übertragbare Krankheiten durchgeführt. Die Eizellspenderinnen bleiben grundsätzlich anonym.

Generell läuft die Eizellspende folgendermaßen ab: Zunächst einmal ist es wichtig, dass der Zyklus der Spenderin an den der Empfängerin angepasst wird, sodass beide zur gleichen Zeit ihren Eisprung haben. Unter normalen Bedingungen reift pro Monat eine Eizelle heran. Damit pro Zyklus mehr als eine Eizelle reift, werden die Eierstöcke der Spenderin durch eine entsprechende Behandlung stimuliert. Kurz vor dem Eisprung werden die Eizellen aus den Eierstöcken abgesaugt. Anschließend werden die Eizellen mittels der In-vitro Fertilisation (IVF) – das heißt im Labor – mit dem Sperma des Partners befruchtet und in die Gebärmutter der Empfängerin eingesetzt.

Für wen eignet sich die Eizellspende?

• Frauen, deren Eierstöcke die Produktion von Eizellen eingestellt haben; Gründe dafür können die (verfrühte) Menopause, Eierstockversagen oder operative Eingriffe bzw. Entfernung der Eierstöcke sein

• Frauen in fortgeschrittenem Alter

• Frauen, die bereits mehrere Fehlgeburten erlitten haben

• Frauen, deren eigene Eizellen beispielsweise aufgrund von Erbkrankheiten unbrauchbar sind

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