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Eizellen einfrieren: Befruchtung einfach verschieben?

Eizellen einfrieren: Kosten und Bedingungen

Kinder ja, aber nicht jetzt: Immer mehr deutsche Frauen legen ihren Kinderwunsch im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis - weil sie erst einmal Karriere machen wollen oder einfach noch nicht den richtigen Mann gefunden haben. Dieser neue Trend nennt sich 'Social Freezing': Eizellen werden eingefroren, um sie Jahre später zu befruchten. Apple und Facebook übernehmen die Kosten, wenn ihre Mitarbeiterinnen Eizellen einfrieren lassen wollen - bis zu 20.000 Dollar insgesamt. So sollen sich qualifizierte Angestellte für eine möglichst späte Schwangerschaft entscheiden und dem Unternehmen damit lange zur Verfügung stehen.

Eizellen einfrieren ist keine Garantie für eine Schwangerschaft
Wer Eizellen einfrieren lassen will, muss die Kosten selbst übernehmen. © dpa, Waltraud Grubitzsch

Der Trend zum 'Social Freezing' ist in den USA bisher weitaus größer als in Deutschland, so Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht. Doch seit das Einfrieren von Eizellen in Deutschland möglich ist, haben auch hierzulande bereits mehrere hundert Frauen auf diese Möglichkeit zurückgegriffen.

Die Kosten für den Eingriff muss die Patientin selbst tragen, die Krankenkasse übernimmt hier nicht. Wie viel der Eingriff genau kostet, ist jedoch individuell verschieden. Pro Zyklus kostet die Eizellenentnahme zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Generell gilt aber: Je jünger die Frau, desto besser auch die Qualität ihrer Eizellen und desto weniger Zyklen werden benötigt, um die Eizellen zu gewinnen. Die meisten Frauen, die einen solchen Eingriff vornehmen lassen, sind jedoch bereits Mitte Dreißig und müssen sich dementsprechend darauf einstellen, mehrere Zyklen zu benötigen. Jährlich kommen außerdem noch etwa 200 bis 300 Euro an Kosten für die Aufbewahrung der entnommenen Eizellen dazu.

Idealerweise ist die Frau bei der Entnahme ihrer Eizellen also so jung wie möglich: Anfang 20 sei das perfekte Alter, so Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht. Eine 30-jährige völlig gesunde Frau hat eine etwa 20-prozentige Chance, beim ersten Befruchtungszyklus schwanger zu werden - zehn Jahre später liegt die Wahrscheinlichkeit sogar nur noch bei fünf Prozent.

Das Einfrieren ist keine Versicherung für eine Schwangerschaft

In Deutschland ist es rechtlich nicht geregelt, bis wann entnommene Eizellen tatsächlich auch genutzt werden müssen. Da es sich um unbefruchtete Eizellen handelt, greift das Embryonenschutzgesetz hier nicht. In den USA lassen sich übrigens nur zehn bis zwanzig Prozent der Frauen, die Eizellen haben einfrieren lassen, diese tatsächlich auch einmal befruchten. Die Mehrheit dieser Frauen ist vorher schon auf natürlichem Wege schwanger geworden oder hat sich gegen Kinder entschieden.

Das Einfrieren von Eizellen funktioniert zudem nicht immer. Zwar ist das Verfahren mittlerweile relativ zuverlässig, dennoch lässt sich eine Eizelle, die das Einfrieren gut überlebt hat, nicht auch automatisch gut befruchten. Daher gilt: Eizellen einfrieren zu lassen ist keine Versicherung dafür, zum gewünschten Zeitpunkt auch tatsächlich schwanger werden zu können.

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