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Einzelkind Junge: So erziehen Sie Ihren Sohn

Einzelkind Junge: Was Sie bei der Erziehung berücksichtigen
Einzelkind Junge: Was Sie bei der Erziehung berücksichtigen © RTL interactive

So tickt Ihr kleiner Sohn

Wenn Ihr Sohn ein Einzelkind ist, sind Sie bestimmt mächtig stolz auf Ihren Sprössling. Vor allem Väter verbindet zu ihrem einzigen männlichen Kind eine ganz besondere Beziehung. Für Ihren Sohn hat das Einzelkind-Dasein mit Sicherheit viele Vorteile. Dennoch sollten Sie bei der Erziehung ein paar Kleinigkeiten berücksichtigen.

Von Sabine Möller

Einzelkinder stehen ja von Geburt an im Mittelpunkt der Familie und das wird sich das gesamte Leben nicht ändern. Vermutlich sind Mutter und Vater mächtig stolz auf ihren Sohnemann. In der Regel sind Einzelkinder sehr in das Familiengeflecht integriert. Es gibt nicht Mutter, Vater und Kind in der klassischen Variante, sondern der Sohnemann nimmt im Jugend- und Erwachsenenalter eine dritte Rolle in der Eltern-Beziehung ein. Entscheidungen treffen nicht die Eltern allein, sondern beziehen ihr Kind aktiv in Diskussionen mit ein und fordern auch seine Meinung.

Einzelkindern sagt man nach, sie seien verwöhnt. Ob das stimmt, müssen Eltern selber entscheiden. Fest steht aber, dass Einzelkinder nie um die Gunst der Eltern buhlen mussten, da es keine Konkurrenz gibt. Dadurch entwickeln Einzelkinder viel Selbstvertrauen. Angeblich sind sie erfolgreicher und ordentlicher als Kinder mit Geschwistern. Sie mussten eben nie um Aufmerksamkeit buhlen und ihre Eltern bündeln dieses Kind.

Einzelkindern sagt man auch nach, dass sie nicht teilen können. Außerdem neigen sie zu großem Ehrgeiz und Perfektionismus. Achten Sie darauf, dass ihr Sohn viel mit gleichaltrigen Kindern unternimmt und zusammen ist. Sonst wird er sich als Kind schon für die Belange der Erwachsenen interessieren, statt ausgelassen zu spielen. Dadurch wirken Einzelkinder schnell als frühreif.

Erziehungstipps für das Einzelkind

Ihrem Jungen fehlt es an kindlichen Mitspielern in der Familie, an denen er sich messen kann. Dass sein Vater stärker, größer und schlauer ist als er, wird ihn schon oft genug grämen. Deshalb sollten Sie ihrem Sohn klar machen, dass die Welt nicht untergeht, wenn etwas mal nicht gelingt. Vor allem müssen Sie ihm vorleben, dass auch Sie Fehler machen und auch daran wachsen. Was Sie noch beachten sollten:

1. Schaffen Sie Kontakt zu gleichaltrigen Kinder. Egal ob das jetzt Kinder aus dem Kindergarten, der Familie, später aus der Schule oder aus dem Bekanntenkreis sind. Wichtig ist, dass ihr Sohn auch mal mit seinen Freunden auf den Bolzplatz darf.

2. Behandeln Sie ihren Sohn nicht wie einen kleinen Erwachsenen. Wenn er das Jugendalter erreicht, sollte er allerdings merken, welche Aufgaben und Pflichten zum Erwachsenwerden gehören. Wenn er aber noch klein ist, lassen Sie ihm seine Kindheit genießen mit allem Schabernack.

3. Gerade Mütter neigen dazu, ihren Sohn zu sehr zu verhätscheln. Klar mag das anfangs auch für Ihren Jungen ganz schön sein, gerade wenn er kuscheln will. Aber klammern Sie nicht an ihm, denn er braucht seine Freiräume und will auch mal Junge sein dürfen.

4. Natürlich stecken Sie alle Energie in Ihren Sohn. Aber stecken Sie nie zu hohe Erwartungen an ihn. Ehrgeiz entwickelt er von allein, nur eben nicht unter Druck.

5. Da Ihr Einzelkind keine Geschwister zum Vergleichen hat, wird er sich immer an Ihnen messen und Sie als Vorbild nehmen. Also denken Sie immer daran, dass Ihr Sohn sich Ihr Verhalten abschaut.

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