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Einschulung: Welcher Schulranzen ist der richtige?

Einschulung: Welcher Schulranzen ist der richtige?
Sehen und gesehen werden - für Kinder auf dem Schulweg überlenswichtig! © dpa, Federico Gambarini

Der beste Schulranzen für mein Kind

Wer ein Kind zu Hause hat, das um die 6 Jahre alt ist, der weiß, was der Osterhase dieses Jahr ins Nest legen wird: einen Schulranzen. DAS traditionelle Oster-Geschenk für Kinder im letzten Kiga-Jahr, meistens gesponsert von den stolzen Großeltern. So weit ist die Sache klar. Weniger klar ist schon die Antwort auf die Frage, welcher Ranzen nun der richtige fürs I-Dötzchen ist. Der passende Tornister für den Erstklässler - eine Wissenschaft für sich.

Von Ursula Willimsky

Die Eckdaten stehen fest: Das Ding muss leicht sein. Denn auch mit Büchern und Heften drin sollte eine Schultasche maximal zehn Prozent des Körpergewichts des Kindes wiegen - sonst drohen Haltungsschäden. Die gängigen Modelle wiegen zwischen 1,5 Kilo und zarten 800 Gramm. "Für mich war letztendlich das Gewicht das ausschlaggebende Kriterium", meint Sonja. Ihre kleine Nina ist ein Fliegengewicht - und bringt gerade mal 17,5 Kilo auf die Waage. "Wenn ich der einen schweren Schulranzen kaufe, kann sie gerade mal noch zwei Hefte reinlegen - mehr geht nicht, sonst kippt sie um".

Sonja hat sich die Suche nach dem passenden Tornister nicht gerade leicht gemacht. Und dafür eine kleine Odyssee durch die Stadt hinter sich gebracht. Mit Kind im Schlepptau. "Beim ersten Anlauf war Ninas Freund mit seiner Mutter mit dabei. Das ging gar nicht. Die beiden haben sich für alles interessiert - nur nicht für die Ranzen. Ob die Passform okay war und die Riemen gut saßen, konnten wir vor lauter Kinderblödeleien gar nicht feststellen." Sonjas Tipp: Auf jeden Fall mit dem Kind allein zum Anprobieren der Ranzen.

Schulranzen: Anprobieren muss sein

Und das Kind muss mit - auch wenn das den spendablen Großeltern nicht gefallen wird. Denn ein Ranzen sollte kein Überraschungsgeschenk sein. Zum einen muss das Design dem Kind gefallen - denn so ein Ranzen ist teuer (100 bis 130 Euro) und deshalb kein Stück für eine Saison. Und vor allem: Der Ranzen muss passen wie ein guter Schuh. Die Stiftung Warentest hat einige Punkte zusammengestellt, auf die man beim Kauf achten sollte:

- Schultergurte: Sie sollten mindestens vier Zentimeter breit und gut gepolstert sein, dürfen aber auch nicht zu üppig ausfallen, damit sie nicht unter den Achseln scheuern.

- Rückenform: Der Rücken des Schulranzens sollte gepolstert sein und an mehreren Stellen anliegen. Zu harte Polster drücken, bei zu dünnen spürt man die Bücher. Auch hier muss man andererseits darauf achten, dass die Polster nicht zu breit ausfallen: Scheuergefahr.

- Riemen: Der Ranzen muss sich auch während des Tragens leicht verstellen lassen. Sind die Riemen zu lang, werden sie leicht zur Stolperfalle, wenn der Ranzen am Griff getragen wird.

- Größe: Der Deckel des Ranzens sollte nicht über die Schultern des Kindes hinausragen.

Das Wichtigste: Die Sicherheit

Einschulung: Welcher Schulranzen ist der richtige?
Für Schulranzen gibt es eine Norm, an die sich viele Hersteller nicht halten.

Für Schulranzen gibt es so etwas wie eine Norm. DIN 58124, legt genau fest, wie groß der Anteil der reflektierenden oder grellen Flächen sein muss, damit der Schulanfänger gut gesehen wird - bei Tag und in der Dämmerung: Zehn Prozent der Fläche müssen einen Katzenaugen-Effekt haben, der Scheinwerferlicht zurückwirft. Und mindestens 20 Prozent der Oberfläche müssen fluoreszierend sein.

Doch oft finden "Eltern in den Geschäften Ranzen ohne dieses Sicherheitspaket - häufig zum Verwechseln ähnlich, in den gleichen Farben und mit den gleichen Motiven. Manche haben zwar retroreflektierende Streifen, aber keine oder zu wenig grell leuchtende Flächen." Hier muss man also genau hinschauen.

Oder man hat das Glück, an einen guten Verkäufer zu geraden. Mutter Sonja musste da leider andere Erfahrungen machen: "Ich war richtig schockiert, wie wenig man da beraten wird. Wir waren in ein paar Kaufhäusern - da war die Beratung gleich null. Welches Design gerade angesagt ist - dafür brauch ich keinen Verkäufer. Den Rest musste ich mir selber zusammenreimen." Dass es für den Leicht-Ranzen, für den sie sich entschieden hat, sogar extra Brustgurte gibt, die die Schulterriemen zusätzlich fixieren - hat sie nur aus dem Internet erfahren.

Dort zu stöbern, kann sich ohnehin lohnen: Manche Anbieter werben mit niedrigeren Preisen bei Sammelbestellungen - vielleicht ziehen ja ein paar Mütter aus der Kiga-Schulanfängergruppe mit? Und dort gibt es - wie in Fachgeschäften auch - Sonderangebote mit Modellen aus dem Vorjahr. Beim Kauf auch immer auf Kombinationen achten: Häufig kostet ein Ranzen mit passendem Turnbeutel und Mäppchen kaum mehr als der Ranzen allein.

Schulranzen: Regenschutz!

Vor dem Kauf muss man erst mal wissen, welchen Ranzen man prinzipiell will. Schwierig, denn so eine unscheinbare Schultasche birgt so manch' Geheimnis, das nur der Experte lüften kann. Wenn er es denn kennt. Zum Beispiel die Frage: Regnet's in den rein? Ein Punkt, der auch die Prüfer der Stiftung Warentest mächtig störte, denn anders, als wir Normal-Mütter vielleicht erwarten, ist nicht jeder Schulranzen wasserdicht. Wenn das Kind im Regen zur Schule schlappt, besteht die Gefahr, dass Bücher und Hefte im Ranzen aufweichen.

Einige Hersteller wissen ob dieser Schwäche - und legen den Ranzen lose eine Regenhülle bei. Aber den Grundschüler möchten wir sehen, der nach der Schule daran denkt, seinem Tornister eine Pelerine aufzusetzen! Schön ist es auch, wenn die Schultasche ein Außen-Fach hat, in das eine Trinkflasche passt. Auch so etwas schützt vor Überschwemmungen im Inneren - und auch so etwas ist keine Selbstverständlichkeit.

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