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Einschulung: Mein Kind kommt in die Schule

Einschulung: Mein Kind kommt in die Schule
Das Kind ist schulreif, aber die Eltern? © dpa, Paul Knecht

ABC der Einschulung

Jetzt ist es soweit: Der erste Schultag steht an. Der erste Schritt ins Erwachsenenleben! Ein total emotionaler Tag für Eltern und Großeltern. Viele Tränen werden fließen, der historische Moment wird auf Unmengen Fotos festgehalten und bleibt im Gedächtnis als Meilenstein im Leben der Familie.

Von Daniela Altmayer

Alles fängt an mit der Frage: Welche Schule passt zu meinem Kind? Ist es die Grundschule um die Ecke, in die alle Kinder aus dem Viertel gehen, spielt die Konfession für mich eine Rolle? Kommt die Montessori-Schule oder andere alternative Lernformen für unsere Familie in Frage? Bereits ein Jahr vorher besuchen Mutter, Vater und Kind diverse Informationsveranstaltungen und Tage der offenen Tür. Ist die Entscheidung dann gefallen, kann man unter Umständen nicht sicher sein, dass das Kind auch an der Schule angenommen wird. Denn jetzt gibt es freie Schulwahl, bei manchen Schulen mit gutem Ruf ist die Konkurrenz groß und so fängt der Auswahlprozess unter Umständen schon im zarten Alter von fünf Jahren an.

Mit der Zusage der Schule in der Tasche geht es zur Schuluntersuchung. Auf einem Bein hüpfen, auf einer Linie rückwärts gehen und einfach sprachliche Aufgaben lösen - das ist nicht für alle Kinder selbstverständlich. Wann merkt man, dass ein Kind schulreif ist? Vor allem das Interesse an Buchstaben und Zahlen ist ein wichtiger Indikator. Schon bald nachdem der erste Milchzahn ausgefallen ist, weitet sich die Wissbegierde des Kindes auf Erwachsenendinge aus. Wie schreibt man, wie liest man, wie rechnet man - die Kleinen können es kaum erwarten.

Die meisten Kinder freuen sich auf den neuen Lebensabschnitt, den Eltern allerdings ist oft etwas mulmig zumute. Wird das Kind in der Schule zurechtkommen? Versteht es sich mit seinen Mitschülern und kann es sich auch gegen größere Schulhof-Rabauken durchsetzen? Besprechen Sie diese Vorbehalte und Ängste mit anderen Eltern, aber keinesfalls mit ihrem Kind. Vertrauen Sie auf seine Fähigkeiten und auf die gute Ausbildung und Erfahrung der Grundschulpädagogen!

Wieviel kostet die Einschulung?

Kurz vor der Einschulung stehen eine Menge Anschaffungen an. Planen Sie Geburtstagsgeschenke mit ein, hier können vielleicht die Paten und Großeltern bei der Ausrüstung des ABC-Schützen mithelfen. Ein gut gepolsterter, leichter Ranzen sollte es schon sein, und der ist nicht unter 90 Euro zu haben. Mit Turnbeutel und Mäppchen: 130 Euro.

Ein neues Möbelstück fürs Kinderzimmer muss her: der Schreibtisch. Im ersten Jahr machen Kinder zwar gerne noch in der Nähe der Eltern am Küchentisch ihre Hausaufgaben, aber spätestens im zweiten Schuljahr (wenn Geschwister da sind, schon früher) braucht das Kind einen ruhigen Arbeitsplatz. Kostenpunkt: mindestens 100 Euro.

Beim ersten Elternabend werden dann Listen verteilt mit der Grundausrüstung eines kleinen Erstklässlers. Hefte, Stifte, ein Federmäppchen, Farbkasten, Pinsel und mehrere Zeichenblöcke, Sammelmappen und Co, Ölmalkreide und Knete zum Basteln, dazu noch ein paar kleine Geschenke für die Schultüte, das sind etwa weitere 70 Euro, plus Büchergeld von 20 Euro. Macht zusammengerechnet also mehr als 300 Euro zum Schulstart. Rechnet man Schultüte plus Inhalt sowie den Restaurantbesuch am ersten Schultag mit ein, kommt man schon fast auf 400 Euro.

Ab jetzt heißt es: Pünktlich aufstehen! Konnte man im Kindergarten noch mal fünfe grade sein lassen und später kommen oder in Mamas Urlaub einfach mal zu Hause bleiben, ist jetzt Pünktlichkeit gefragt. Kinder und Eltern müssen sich daran gewöhnen, die Schlafenszeit noch mal überprüfen. Gerade in den ersten Wochen sind die Schulneulinge ziemlich geschafft und sollten zeitiger ins Bett.

Wie es so schön heißt, fängt nun der Ernst des Lebens an. Für das Kind beginnt vor allem eine aufregende Zeit, für die Eltern beginnt das Loslassen. Denn es ist das erste Mal, dass sie sich ernsthaft in dieser so wichtigen Elterntugend üben können. Im Kindergarten war man als Elternteil noch ganz nah dabei. In der Schule ist man nur noch einmal ganz nah dabei: am ersten Schultag. Dann tut der kleine Mensch seine ersten Schritte ins selbständige Leben, bald wird der Schulanfänger schon allein in die Schule gehen. Heute ist Schulanfang - und da lernen alle was dazu.

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