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Einschlaftraining für Eltern: Wenn Mama und Papa durchschlafen wieder lernen müssen

Einschlaftraining für Eltern: Wenn Mama und Papa durchschlafen wieder lernen müssen
Ein Baby kann seine Eltern ganz schön auf Trapp halten. Dabei bleibt der Schlaf oft auf der Strecke.

Einschlaftraining soll gestressten Eltern helfen

Das Buch 'Jedes Kind kann schlafen lernen' kennen viele Eltern. Jetzt geht es aber mal um sie selber: Wenn Mütter nicht mehr durchschlafen, weil sie ständig gestört werden, nimmt ihre Lebensqualität rapide ab. Dafür gibt es nun sogar spezielle Schlaf-Kuren.

Von Jutta Rogge-Strang

Endlich mal wieder durchschlafen – für manche Eltern eine traumhafte Vorstellung! Denn zu wenig Schlaf über Wochen und Monate kann krank machen. Dabei trifft es meist die Mütter: Denn wenn sie ihr Baby stillen, sind sie automatisch regelmäßig wach. Wenn sie auch noch nach Monaten nachts gestört werden, von allein aufwachen oder nicht mehr einschlafen können, kann das jedoch zu einem ernsten Problem werden.

Wer regelmäßig zu wenig Schlaf bekommt, fühlt sich tagsüber müde und überlastet, bekommt Kopfschmerzen und ist gereizt und erschöpft. Die Mütter können sich nicht mehr richtig konzentrieren, es können depressive Verstimmungen auftreten, beim kleinsten Anlass brechen sie in Tränen aus. All das kann möglicherweise noch weitere Krankheiten nach sich ziehen, bis hin zu einem Herzinfarkt.

Dass Mütter einen leichten Schlaf haben und beim kleinsten Geräusch aufwachen, führen Fachleute auf die Evolution zurück: Nur so konnten sie ihre Neugeborenen vor Gefahren beschützen. Diese Erkenntnis nützt jedoch wenig, wenn sich die Schlafprobleme über Monate und manchmal sogar Jahre hinziehen. Schlaf-Experten kennen das Problem, und das wichtigste Gegenmittel ist: Schlaf. Denn nur nach einer durchgeschlafenen Nacht kann sich der Organismus wirklich erholen und regenerieren.

Vereinbaren Sie mit Ihrem Mann einen Tag zum Ausschlafen

Die sogenannte "primäre Insomnie", eine nicht-organische Schlafstörung, ist schon lange in Schlaflaboren bekannt. Wichtig ist zunächst, sich selbst einzugestehen, dass man ein Schlafproblem hat. Als erste Maßnahme hilft vielleicht das Einhalten eines konstanten Schlaf-Wach-Rythmus, Verzicht auf Alkohol und Kaffee oder verschiedene Entspannungstechniken. Auch das Führen eines Schlaftagebuches soll dabei helfen, Stress und Unruhe abzubauen: Wenn Sie Ihre Gedanken notieren, können Sie sie getrost aus Ihrem Kopf verbannen, anstatt nachts weiter darüber zu Grübeln.

Wenn das alles nichts hilft, müssen vielleicht Experten her. Das Evangelische Kurzentrum in Büsum an der Nordsee hat sich sogar auf Mütter mit Schlaf-Problemen spezialisiert. Schon die Erkenntnis, mit dem Schlaf-Problem nicht allein zu sein, ist für viele Mütter ein wichtiger Schritt zur Lösung. Schlaf fördernde Techniken werden trainiert, und je nach Therapieplan durch psychosoziale Einzelberatung ergänzt.

Als kleine Soforthilfe funktioniert vielleicht dieser Tipp: Vereinbaren Sie mit Ihrem Mann oder einer Betreuungsperson, dass Sie am Wochenende (mindestens) einen Tag zum Ausschlafen haben. Sie machen es sich im Bett gemütlich, während Kinder und Chaos vor der Tür bleiben. Vielleicht kann schon diese kleine Auszeit helfen, die Batterien wieder aufzutanken.

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