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Einnistungsblutung: Schwanger trotz Periode – ist das möglich?

Wie läuft die Befruchtung ab?
Wie läuft die Befruchtung ab? Schwangerschaft 00:03:26
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Periode oder Einnistungsblutung?

Dass die werdende Mutter erst Stunden vor der Geburt von der Schwangerschaft erfährt, kommt zwar selten vor, ist aber möglich. Was viel häufiger passiert ist, dass 'frau' trotz vermeintlicher Periode schwanger ist, und die Schwangerschaft deshalb lange unbemerkt bleibt. Doch wie kann es sein, dass man schwanger ist UND Blutungen hat? Dafür gibt es verschiedene Erklärungen. Eine davon ist die sogenannte Einnistungsblutung.

Das bedeutet die Einnistungsblutung während der Schwangerschaft

Die Einnistungsblutung oder auch Nidationsblutung entsteht, wenn sich die befruchtetete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Dabei können kleine Blutgefäße verletzt werden, was zu einem rötlichen Ausfluss führt. Meistens ist die Blutung so schwach, dass sie gar nicht austritt und somit auch nicht auffällt. Die Einnistungsblutung kann auch unterschiedlich stark ausfallen. Außerdem kann sie sich durch ein Ziehen im Bauch bemerkbar machen. Auch ein Grund, warum viele Frauen die Einnistungsblutung als Periodenblutung deuten.

Wann setzt eine Einnistungsblutung ein?

Eine weiterer Grund, warum manche Schwangere die Einnistungsblutung fälschlicherweise als Menstruation interpretieren, ist der Zeitpunkt, in dem sie einsetzt. Die befruchtete Eizelle nistet sich nämlich fünf bis sieben Tage nach der Befruchtung in die Gebärmutter ein. Da man die Schwangerschaftsdauer ab dem ersten Tag der letzten Periode berechnet – findet die Einnistung circa in der vierten Schwangerschaftswoche statt. Die Einnistungsblutung tritt also sieben bis maximal 14 Tage nach dem Eisprung auf. Somit fällt sie in einigen Fällen genau auf den Termin, zu dem die nächste Periode erwartet wird. Schwanger trotz Periode kann man also streng genommen nicht sein. Schwanger trotz Blutungen dagegen schon.

Einnistungsblutung vs. Periode: Wie kann man sie unterscheiden?

Schwanger trotz Periode: Eine Einnistungsblutung wird oft mit der Periode verwechselt
Periode oder Einnistungsblutung? So erkennen Sie es. © Getty Images/iStockphoto, Anna Omelchenko

Eine Einnistungsblutung von der Periode zu unterscheiden, ist nicht immer einfach. Zwar dauert die erstere normalerweise nur ein bis maximal drei Tage, während die Periodenblutung durchschnittlich vier bis sieben Tage anhalten kann.

Allerdings kann die Nidationsblutung bei Mehrlingsschwangerschaften ebenfalls bis zu einer Woche andauern. Das gleiche gilt auch für die Stärke der Blutung: Die Einnistungsblutung ist in der Regel schwächer, aber von Frau zu Frau unterschiedlich.

Ein Hinweis können die begleitenden Schmerzen sein. Leidet die Frau sonst immer an starken Regelschmerzen, und bleiben sie bei dieser Blutung weg, kann es auch ein Hinweis auf eine Einnistungsblutung sein. Allerdings kann auch die Nidationsblutung mit leichtem Ziehen im Unterleib einhergehen.

Ein deutlicheres Zeichen für eine Einnistungsblutung ist die Farbe des Blutes: Das Einnistungsblut ist hellrot und verändert seine Farbe nicht, während das Menstruationsblut meist eine dunklrote bis bräunliche Farbe hat.

Ein weiterer Hinweis auf eine Einnistungsblutung kann die Menge des austretenden Blutes sein: Während bei der Periode die Blutung in der Regel langsam beginnt, stärker wird und zum Ende wieder abnimmt, bleibt bei der Einnistungsblutung die Menge des Blutes durchgängig gleich, jedoch deutlich schwächer als eine Menstruationsblutung.

Nicht immer eine Einnistungsblutung: Weitere Gründe für roten Ausfluss bei Schwangeren

Blutiger Ausfluss während einer Schwangerschaft muss aber nicht immer auf eine Einnistungsblutung hinweisen. Die Blutungen können auch hormonell bedingt sein. Diese Schmierblutungen sind eine Reaktion auf die zahlreichen Veränderungen im Körper einer Schwangeren.

Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Abbruchblutung. Dazu kommt es, wenn man schwanger wird, weil man die Antibabypille vergessen oder falsch eingenommen hat. Der Körper reagiert in der Einnahmepause der Pille mit einer Blutung, auch im Falle eine Schwangerschaft. Diese Blutung hat also nichts mit der Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter zu tun.

Es gibt also viele Erklärungen dafür, trotz Blutungen schwanger zu sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte einen Frauenarzt aufsuchen. Und wenn die Einnisungsblutung bei Ihnen nicht sichtbar geworden ist: Spätestens mit dem Einsetzen der Wehen würde man eine Schwangerschaft als solche erkennen. Aber das kommt, wie gesagt, sehr selten vor.

Im Video erklären wir Ihnen, wie eine Befruchtung im Körper der Frau abläuft.

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