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Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter: So beginnt eine Schwangerschaft

Wie läuft die Befruchtung ab?
Wie läuft die Befruchtung ab? Schwangerschaft 00:03:26
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Bevor es zu einer Schwangerschaft kommen kann, muss die Einnistung vonstattengehen.  Hier nistet sich die befruchtete Eizelle, auch Zygote oder Keim genannt, in der Wand der Gebärmutter ein. Der Weg dorthin ist jedoch ebenso faszinierend wie hürdenreich.

Der Körper hat einen genauen Plan entwickelt, damit die befruchtete Eizelle einen geeigneten Platz für ihre Entwicklung findet. Was bei der Einnistung, auch Implantation, passiert und was sie verhindern kann, verraten wir Ihnen hier.

Der Weg bis zur Einnistung in der Gebärmutter

Wird eine Eizelle im Eileiter befruchtet, ist ihr nächstes Ziel die Gebärmutter. Hier findet dann die Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut statt. Doch bis sie dort ankommt, hat sie aber noch einen Weg von etwa fünf Tagen vor sich. Wie kommt die Eizelle also in die Gebärmutter? Im Eileiter befinden sich als Fortbewegungshilfe kleine Flimmerhärchen, die die Eizelle auf ihrem Weg zur Gebärmutter anschieben.

Auf dem Weg entwickelt sich die Eizelle bereits stetig weiter: Alle zwölf Stunden teilt sie sich und ernährt sich dabei von der äußeren Zellschicht. Drei Tage nach der Befruchtung besteht der Keim schon aus 32 Zellen und nennt sich Blastozyste. Dabei ist die Hälfte der Zellen dafür verantwortlich, den späteren Embryo zu ernähren, sie werden also zur Plazenta. Die andere Hälfte der Zellen entwickelt sich zum Embryo.

Einnistung fast abgeschlossen: Ankunft in der Gebärmutter

Am fünften Tag kommt die Eizelle in der Gebärmutterhöhle an. Nun sucht sie sich den günstigsten Platz zur Einnistung. Das kann einige Tage dauern. Die Gebärmutter hat sich bereits seit Beginn des Zyklus gut vorbereitet und eine fruchtbare Schleimhaut gebildet, in die sich die Eizelle einnisten wird.

Die äußere Zellschicht der Eihülle platzt ab und legt die innere Schicht (Trophoplast) frei, die den Embryo (Embryoplast) schützt. Diese Zellschicht sendet Enzyme aus, um der Gebärmutter zu signalisieren, dass die Zygote sich einnisten möchte.

Die endgültige Einnistung in der Gebärmutter

Nun bildet sich in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) eine kleine Mulde, in die sich zunächst die Zellen, die später zur Plazenta werden, hineinbohren. Danach folgen die Zellen, die später zum Baby werden und graben sich ein, bis sie vollständig von der Schleimhaut aufgenommen sind. Dadurch kann es zu leichten sogenannten Einnistungsblutungen und einem Ziehen im Unterleib kommen.

Ein klares, von allen Frauen wahrgenommenes Anzeichen für die Einnistung gibt es allerdings nicht.

Spätestens zwei Wochen nach der Befruchtung sollte die Einnistung abgeschlossen sein. Die befruchtete Eizelle hat ihren Platz gefunden und ist komplett mit der Gebärmutterschleimhaut vereint.

Jetzt schaltet der Körper der Frau auf „schwanger“ um. Das Hormon HCG wird ab diesem Zeitpunkt ausgesendet und informiert damit Eierstöcke und Hirnanhangdrüse, dass in den nächsten Monaten kein Eisprung mehr stattfindet. Ebenfalls wird das Hormon Progesteron vermehrt produziert, welches verhindert, dass die Gebärmutterschleimhaut während der Schwangerschaft abgebaut wird. Ein Schwangerschaftstest würde zu diesem Zeitpunkt positiv ausfallen.

Was kann eine Einnistung verhindern?

Es gibt viele Faktoren, die das Einnisten einer Eizelle in der Gebärmutter verhindern. So können zum Beispiel Stress, Krankheiten und andere physische und psychische Einflüsse die befruchtete Eizelle von der Einnistung abhalten.

Es kann aber auch vorkommen, dass sich die Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter oder in der Bauchhöhle einnistet. Hier spricht man von einer Eileiter- beziehungsweise Bauchhöhlenschwangerschaft, die lebensgefährliche Komplikationen mit sich bringen kann, wenn sie unbehandelt bleibt. Ein Abbruch der Schwangerschaft ist hier unumgänglich. Erfahren Sie mehr zum Thema in unserem Artikel zur Eileiterschwangerschaft.

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