VERBRAUCHERTESTS VERBRAUCHERTESTS

Einkommen von Hausfrauen und Vollzeit-Müttern: So hoch müsste es ausfallen

Wie viel ist Hausarbeit wert?
Wie viel ist Hausarbeit wert? Das würden Hausfrauen normalerweise verdienen 00:02:19
00:00 | 00:02:19

Hausfrauen und Vollzeitmamas verdienen ein Einkommen

Wir haben es schon immer geahnt – jetzt wissen wir es: Mama ist unbezahlbar. In emotionaler Hinsicht sowieso. Und in handfester Währung schon zweimal. An diese Tatsache hat uns ein US-Amerikanischer Ehemann und Vater in seinem Blog erinnert. In einer ruhigen Minute – hoffentlich nicht gerade, während seine Frau im Schweiße ihres Angesichts die Fenster putzte – hat er zusammengerechnet, wie viel es ihn kosten würde, wenn er die häuslichen Arbeiten nicht an die angeheiratete Hausfrau sondern an externe Dienstleister delegieren würde. Herausgekommen ist ein sattes Monatsgehalt von umgerechnet 5.700 Euro.

Hausfrauen und Vollzeitmamas aufgpasst! So hoch müsste Ihr Einkommen ausfallen
Haben Sie mal ausgerechnet, was eine Hausfrau verdienen müsste, wenn sie dafür entlohnt würde? Die umfangreichen 'Dienstleistungen' würden kräftig zu Buche schlagen! © picture alliance / Bildagentur-o

Ursula Willimsky

Das ist doch schon mal was. Vor allem mehr als der Durchschnittsverdienst hierzulande in der Kategorie „Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen“. Der lag 2014 bei 4.085 Euro – und damit 1.615 Euro unter dem rechnerischen Wert einer Vollzeithausfrau. Jetzt kann man natürlich sagen: Ja. Amerika ist nicht Deutschland, die haben gerade bei qualifizierten Jobs andere Gehälter, andere Sozialabgaben, andere Urlaubsregelungen … das stimmt.

Ach, was soll der Geiz? Ziehen wir einfach, um auf der sicheren Seite zu sein, von der US-Rechnung ein Drittel ab. Blieben immer noch 3800 Euro. Auch nicht wenig, vor allem, weil wir uns ja gedanklich ab jetzt in einem Doppelverdiener-Haushalt befinden und einer der beiden Doppelverdiener ja durchaus Privilegien wie freie Zeiteinteilung und den Status "CEO in der Wohnung" genießt.

Realistisch gesehen könnten sich natürlich nur die wenigsten Ehemänner knapp 4000 Euro Fixkosten für die Entlohnung der Hausfrau und Mutter leisten. Ausnahmen gibt es natürlich auch hier. Beispielsweise ist es in den ganz reichen US-Kreisen angeblich üblich, seiner Ehefrau nicht nur ein Gehalt (vielleicht wäre Apanage in dem Zusammenhang das richtigere Wort) zu zahlen, sondern sie zudem mit Sondergratifikationen zu belohnen, wenn die Tochter ein Tipptopp-Zeugnis nach Hause bringt. Man ahnt: Der gerechten pekuniären Würdigung hausfraulicher Tätigkeiten wäre nach oben kein Limit gesetzt.

Mädchen für alles

Das mit dem Limit besorgt die Realität. Es kann ja auch nicht Sinn und Zweck der Übung sein, dass der Familienalleinversorger am Wochenende noch an der Tankstelle jobben muss, um daheim die Hausfrau auszahlen zu können. Und darum geht es Steven Nelms auch gar nicht. Ihn plagte ursprünglich die Frage, ob es wirklich gerecht ist, dass SEIN Gehalt automatisch auch IHR Gehalt ist. Nach der Aufrechnung plagte ihn dann eher das schlechte Gewissen, weil er ihr manchmal "das Gefühl gegeben hatte, nicht das gleiche Recht auf unser Geld zu haben wie ich". Guter Mann. Immerhin scheint er lernfähig zu sein, auch wenn der eigentliche Grund für seine Rechnerei sich heutzutage ein bisschen befremdlich liest.

Das Schöne an seinem Rechenmodell: Es lässt sich prima auf jede Form der partnerschaftlichen/berufstätigen Konstellation anwenden: Beide arbeiten Vollzeit – und sie wuselt wie statistisch üblich nach Feierabend und am Wochenende deutlich mehr im Haushalt herum als er? Schatz, da wird es Zeit, über einen Lohnausgleich zu sprechen. Er: Vollzeit. Sie: Teilzeit. Liebling, wollen wir mal ausrechnen, wie viel Geld wir dadurch sparen, dass ich auf einen Teil meines Gehalts und meiner Rentenansprüche verzichte? Ähnliches gilt natürlich auch für Hausmänner. Mancher Beziehung tut es vielleicht gut, einfach mal schwarz auf weiß in einer Excell-Tabelle zu sehen, was das heimische Engagement denn wert wäre, wenn man darauf pochen würde. Nur mal so als kleiner Reminder zwischendurch.

Steven Nelms hat seine private Buchhaltung auf seinem Blog öffentlich gemacht. In seiner "konservativen Schätzung" hat er auch so wunderbare Posten wie "Personal Shopping" (übersetzt: "Bringst du mir bitte einen Pack weiße Unterhemden aus der Stadt mit?") und Steuerberater-Kosten (sprich: Irgendjemand muss den ganzen Papierkram ja machen) miteinfließen lassen. Der Mann hat wirklich an alles gedacht – sogar daran, sich am Ende artig dafür zu bedanken, dass seine Frau für ihn und den gemeinsamen Sohn einen Job macht, den er sich nie im Leben leisten könnte.

Anzeige