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Einigung im Hebammen-Streit: Hebammen und Hausgeburt vorerst gerettet

Fast hätte das letzte Stündlein der Hausgeburt geschlagen: Die Hebammen müssen tausende Euro mehr für ihre Haftpflicht-Versicherung zahlen
Mit einer drastischen Prämienerhöhung für die Hebammen-Haftpflicht haben es die Versicherer den Geburtshelferinnen schwer gemacht. Höhere Zahlungen der Krankenkassen gleichen die Belastung einstweilen wieder aus. Hausgeburten bleiben weiterhin möglich. © picture alliance / dpa, Caroline Seidel

Krankenkassen retten Hebammen

Die Hebammen sind gerettet: vorerst jedenfalls! Fast wäre der Berufsstand der freien Hebamme in Deutschland von den Versicherungen um seine Existenz gebracht worden, denn die Haftpflichtversicherer hatten ihre Prämien für die Geburtshelferinnen auf 5.091 Euro vervielfacht. Jetzt hat der Verband der Hebammen einer Kompromisslösung der Krankenkassen zugestimmt. Demnach zahlen die Krankenkassen deutlich höhere Beträge, mit denen die Hebammen die Versicherungsprämien begleichen können.

Die Versicherer hatten argumentiert, dass die Kosten für Heilbehandlungen von Neugeborenen in den vergangenen Jahren nach oben geschnellt seien. Mache die Hebamme einen Fehler, der das Kind schädige, müsse die Versicherung immer höhere Summen bereitstellen, die sich aus den bisherigen Prämienzahlungen nicht mehr refinanzieren lassen. Das ist sicher wirtschaftlich korrekt argumentiert.

Ab 2016 muss neue Lösung gefunden werden

Die Hebammen wiederum sahen ihre Existenz bedroht: Ohnehin nicht reich, vertraten sie die Auffassung, dass sie die zusätzlichen Versicherungskosten von rund 4.000 Euro im Jahr nicht stemmen könnten. Die mit den Krankenkassen erzielte Einigung sei nicht die ideale Lösung, meint jetzt der Hebammen-Verband, aber immerhin sei die drohende Pleite erst einmal abgewendet.

Eine dauerhafte Lösung gibt es im Hebammen-Streit aber nicht: Die Zusatzhonorare der Krankenkassen sind nicht auf Dauer angelegt und auch die Versicherer halten sich offen, ob und wenn zu welchen Konditionen sie Hebammen nach 2016 versichern wollen.

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