Eine Siedlung in Angst: Giftige Reptilien aus Wohnung verschwunden

Bereits ein Biss mancher dieser Reptilien kann tödlich sein

Die Menschen in Oberlungwitz bei Chemnitz trauen sich kaum noch vor die Tür. Denn sie fürchten sich vor freilaufenden Skorpionen, Spinnen und Schlangen. Ein Mann hielt die Tiere in seiner Wohnung, bis er plötzlich an Krebs verstarb. Seitdem fehlt von den meisten Reptilien jede Spur.

Dabei sind sie alles andere als ungefährlich. Bereits ein Biss mancher dieser Reptilien kann tödlich sein. Laut Unterlagen soll Frank B. sogar im Besitz von insgesamt 34 Giftschlangen gewesen sein. Gefunden wurden bislang aber nur sechs der giftigen Tiere. "Es ist unvorstellbar. Es gibt Papiere zu einer Königskobra, einer Speikobra oder verschiedenen Giftottern. Es muss unbedingt geprüft werden, wo die Tiere hingekommen sind", so Reptilienspezialist Marko Hafenberg.

Stefanie Baumann ist die Nichte des verstorbenen Frank B. und alarmierte die Behörden. Sie kann nicht verstehen, wie ihr Onkel nach mehreren Attacken die Tiere noch halten konnte. "Vor ein paar Jahren gab es schon einmal einen Vorfall, als er von einer seiner Giftschlangen gebissen wurde. Daraufhin versprach er, die ganz giftigen Tiere abzuschaffen."

Doch allein unter den sechs Schlangen, die der Reptilienexperte noch gefunden hat, ist auch eine Todesotter: "Wenn man von einer Todesotter gebissen wird, einer der giftigsten Schlangen, dann ist es sehr schwierig, schnell ein Gegengift zu bekommen“, weiß Ursula Bauer von 'Aktion Tier'.

Dabei war nicht einmal die Haltung der hochgiftigen Reptilien artgerecht. Die Tiere waren in viel zu kleinen und nur mit Magnetverschlüssen gesicherten Terrarien. Gegen das Gesetz ist das allerdings nicht. Denn während jedes Bundesland andere Regeln für die Haltung von Giftschlangen hat, hat Sachsen gar keine Regelung. "Das bedeutet, jeder kann, auch ohne es zu melden, die Sachkunde nachzuweisen oder die Sicherheit zu gewährleisten, Gifttiere halten", so Bauer weiter.

Ein weiterer Verwandter des Verstorbenen versicherte mittlerweile, dass die verschwundenen Reptilien bereits vor Jahren an einen Mann in Thüringen verschenkt wurden. Die entsprechenden Papiere habe Frank B. einfach behalten. Eine Bestätigung dafür gibt es bislang aber nicht.

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