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Eine Geburt dauert heute rund zweieinhalb Stunden länger als früher

Eine Geburt dauert heute rund zweieinhalb Stunden länger als noch vor fünfzig Jahren.
Eine Geburt dauert heute rund zweieinhalb Stunden länger als noch vor fünfzig Jahren. © NiDerLander - Fotolia

Eine Geburt dauert heute rund zweieinhalb Stunden länger

Als wäre eine Geburt an sich nicht schon schmerzhaft genug für eine Frau, kam eine amerikanische Studie nun zu einem erschreckenden Ergebnis: Der Geburtsvorgang dauert heute durchschnittlich zweieinhalb Stunden länger als noch vor fünfzig Jahren!

Wenn Paare sich für ein Kind entscheiden, ist der Mann meist erleichtert, dass nicht er das Kind bekommen muss. Denn eine Geburt ist schwierig, dauert lange und ist sehr schmerzhaft. Zwar vergessen wir Frauen nach dem Anblick des frisch geborenen Babys die Strapazen schnell wieder, dennoch könnte jede von uns liebend gern auf die Schmerzen verzichten. So geht auch der Trend hin zum Kaiserschnitt: Immer öfter wünschen sich Schwangere, die Geburt kontrolliert und ohne Komplikationen einzuleiten. Inzwischen kommt bereits jedes vierte bis fünfte Baby in Deutschland auf diese Weise zur Welt.

Ein weiterer Vorteil des Kaiserschnitts ist, dass er nur einen Bruchteil der Zeit einer normalen Geburt dauert. Während eine Frau bis zu zwanzig Stunden mit den Wehen kämpfen kann, ist das Baby durch die OP innerhalb einer Stunde auf der Welt. Und diese Aussicht ist verlockend, wenn man bedenkt, dass die heutige Frau eine wesentlich längere Geburtszeit vor sich hat als noch vor einem halben Jahrhundert.

Was sind die Gründe für die langsamere Geburt?

Insgesamt wurden für die Studie 150.000 amerikanische Frauen bei der Geburt begleitet. Es zeigte sich, dass das erste Stadium der Geburt, also das Einsetzen der Wehen, bei Erstgebärenden rund zwei Stunden und 36 Minuten länger andauert als früher. Für Frauen, die bereits ein Kind bekommen haben, verlängerte sich die Phase um rund zwei Stunden.

Doch was ist der Grund? Die Wissenschaftlerin Dr. Laughon aus Maryland vermutet, dass es an der veränderten Konstitution der gebärenden Frauen liegt: Heute sind sie schwerer und durchschnittlich auch vier Jahre älter als früher. Hinzu käme, dass die Hälfte der heutigen Frauen eine PDA bekommt - in den sechziger Jahren waren es nur knapp vier Prozent. Durch die schmerzlindernde Injektion verzögere sich die Geburt um vierzig bis neunzig Minuten, so die Wissenschaftlerin. Zusätzlich sind die Frauen durch die PDA ans Bett gebunden, was den Vorgang ebenso verlangsamen kann. Der Sprecher des 'Royal College of Obstetricians and Gynaecologists' Patrick O'Brien dagegen gab an, dass heute wesentlich seltener eine Geburtszange verwendet wird, weil die Schwangeren vor der Verwendung Angst hätten. Was auch immer der genaue Grund für die langsameren Geburten ist - ein Kind ist immer noch das Schönste auf der Welt und da lohnt sich jeder Schmerz!

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