TIERE

Ein Haustier? Das müssen Sie beachten

Kein Spielzeug: Eine Katze.
Haustiere sind keine Spielzeuge. Es gibt einiges zu beachten bei der Anschaffung eines Tiers. © dpa, Horst Ossinger

Vorsicht, Hunde sind in der Haltung ziemlich teuer

In nahezu jeder Familie wird es eines Tages zu der Diskussion kommen, ob ein Haustier angeschafft werden soll. Wenn sich die Kinder dann durchsetzen und es steht tatsächlich ein Gang zur Tierhandlung oder ins Tierheim an, dann gibt es einiges zu beachten - vor allem im Sinne der Tiere, aber auch für Eltern und Kinder.

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Am Wichtigsten ist natürlich der Platz, der einem zur Verfügung steht. Hunde sollten nicht in engen Stadtwohnungen gehalten werden, diese Tiere benötigen viel Auslauf und einen Garten. Man tut dem 'treuesten Freund des Menschen' einfach keinen Gefallen, wenn man gemeinsam mit dem Tier auf 50 Quadratmetern wohnt und einmal am Tag rund um den Block läuft.

Außerdem fallen bei Hunden recht hohe Kosten an. Zunächst durch die Anschaffung an sich, später aber auch durch die Haltung. Hundesteuer, Hundefutter, Impf- und Arztkosten, da kommt schon etwas zusammen.

Billiger sind da schon Katzen. Doch auch hier gibt es Hindernisse. Kann das Tier gefahrlos nach draußen? Katzen sind Einzelgänger, die streunen wollen. Auch hier eignet sich die Stadtwohnung nicht. Zudem reagieren mehr und mehr Menschen allergisch auf Katzenhaare. Es sollte also ausgeschlossen werden, dass ein Familienmitglied eine Allergie hat. Denn sonst macht die Anschaffung keinen Sinn. Katzenhaare stellen auch ohne Allergie ein dauerhaftes Ärgernis in der Wohnung dar.

Und was für Hunde und Katzen gleichermaßen gilt: Beachten Sie, dass die Tiere pflegebedürftig sind. Wenn Sie also in den Urlaub wollen, brauchen Sie jemanden, der nach den Tieren schaut. Generell gilt vor allem für Hunde: Diese Tiere kosten den Halter viel Zeit.

Bei Tieren aus dem Tierheim ist in erster Linie die Geschichte der Tiere zu beachten. Wer war der Halter vorher? Hatte das Tier Kontakt zu Kindern? Hat es Traumata zu verarbeiten? Das alles müssen Sie im Tierheim klären. Man sollte die Tiere aber nicht für Ihre Vergangenheit bestrafen. Holen Sie ein Tier aus dem Tierheim, dann retten Sie ein Tierschicksal. Übrigens: Natürlich sind Tiere aus dem Tierheim billiger als aus der Zoohandlung oder vom Züchter.

Kinder unter 12 Jahren können sich noch nicht verantwortungsvoll genug kümmern

Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihren Kindern ein Haustier zu besorgen, dann beachten Sie: Ein Kind ist im Regelfall erst ab etwa dem 12. Lebensjahr dazu in der Lage, verantwortungsvoll für ein Tier zu sorgen. Tiere sind niemals Spielzeuge. Allerdings kann ein Tier dabei helfen, Verantwortungsgefühl beim Kind zu erzeugen, es hilft beim Aufbau der Sozialkompetenz. Dennoch und das ist ein ganz entscheidender Hinweis: Lassen Sie die Kinder zumindest anfangs nicht allein mit den Kindern. Die Tiere können sich bei falscher Behandlung schließlich nicht wehren.

Gern gekaufte Haustiere sind auch Meerschweinchen und Zwergkaninchen. Doch Achtung: Diese Tiere können in einer Wohnung nicht artgerecht gehalten werden. Sie benötigen einen Stall im Garten. Sie sind zudem Rudeltiere und dürfen nicht allein gehalten werden.

Tiere, die in der Wohnung gehalten werden können, sind Hamster, Mäuse und Ratten. Die Käfige, in denen sich die Hamster in der Zoohandlung tummeln, sind in der Regel zu klein. Beachten Sie, dass auch diese Tiere Platz brauchen.

Unter dem Strich ist zu sagen: Überlegen Sie sich gut, ob Sie wirklich ein Tier wollen. Es erfordert Zeit, kostet Geld und macht unter Umständen mehr Dreck als Ihnen lieb ist. Denken Sie darüber nach, ob Ihre Kinder verantwortungsvoll genug sind oder ob am Ende die Pflege der Tiere an Ihnen hängen bleibt. Tiere sind sensible Lebewesen und beileibe kein Spielzeug.