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Eifersucht und Misstrauen sind Gift für jede Beziehung

Lesen Sie Whatsapp-Nachrichten Ihres Partners?
Lesen Sie Whatsapp-Nachrichten Ihres Partners? So viel Neugierde ist okay 00:03:32
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Nachspionieren mit dem Smartphone

Meine Freundin Carla hat einen lustigen Namen für WhatsApp: 'Petze'. Wie kommt sie darauf? Nun, WhatsApp plaudert einfach ziemlich viel über die Gewohnheiten eines Menschen aus, es verrät, wann einer online war, zum Beispiel der Partner morgens um 2 Uhr. An diese Fakten kommt man natürlich nur, wenn man heimlich auf dessen Handy guckt.

Eifersucht und Misstrauen sind Gift für jede Beziehung

Für viele Menschen ist das leider zu einer Gewohnheit geworden, für manche sogar zu einer Art Sucht, dass sie das Handy ihres Partners kontrollieren. Die einen wollen nur wissen, wann der Mensch online war und denken sich ihren Teil, meistens etwas Schlimmes. Die anderen lesen sogar heimlich Nachrichten.

Diese Unsitte war kürzlich Thema im Frauenzimmer-Forum, eine Userin stöhnte virtuell: „Nie wieder ein Mann mit Smartphone!“ Klar, wenn einer so ein Ding gar nicht hat, kommt man auch nicht in Versuchung.

Aber: Wäre es nicht wesentlich gescheiter, sich mit den Motiven auseinander zusetzen, die einen dazu bringen, WhatsApp wie ein Privatdetektiv zu benutzen, das Instrument quasi zu missbrauchen?

Ich meine, das Übel muss an der Wurzel ausgerissen werden. Ich würde mir den ehrbaren Umgang mit dem Smartphone des Liebsten auf diese unschuldige Weise vorstellen: Es sollte unbeaufsichtigt über endlose Stunden vor einem liegen können, ohne dass man es anfasst. Das gelingt, wenn man sich selbst ordentlich den Kopf wäscht und sich die Gretchenfrage stellt: Wie halte ich es mit der Eifersucht?

Gebe ich mich jedem Impuls hin – oder reiße ich mich zusammen und versuche, herauszufinden, warum ich derart misstrauisch bin? Selbsterkenntnis ist angebracht, es steht viel auf dem Spiel. Die Schnüffelei ist kein Kavaliersdelikt; die meisten Männer gehen auf die Barrikaden, wenn sie davon erfahren. Es kann leicht passieren, dass ein Mann sich dann sein Smartphone schnappt und sich für immer aus dem Staub macht.

Ich habe schon Verständnis für Eifersucht, das ist ja kein „böses“ Gefühl.

Wer Eifersucht empfindet, hat schlicht und ergreifend Angst. Und das ist nachvollziehbar: Wenn jemand schlechte Erfahrungen gemacht hat, deshalb von massiven Verlustängsten geplagt ist, leidet diese Person wie ein Hund.

Nur: Das geht ausschließlich einen selbst etwas an, der Partner ist dafür nicht verantwortlich, und sein Smartphone kann uns nicht vor weiteren schlechten Erfahrungen schützen weil wir vielleicht mit dem Checken des Handys schon im Vorfeld über einen geplanten oder geschehenen Betrug informiert werden.

Ich kenne eine Frau, die hat mir gestanden, dass sie sich bei ihrem Freund einloggt, wenn er schläft, sie verbringt ihre Nächte damit, all die Nachrichten zu lesen, die er an Frauen verschickt oder bekommt, so dass sie bereits über das erste Aufkeimen eines Flirts Bescheid weiß.

Das geht nicht, da muss man sich zügeln, das ist einfach unanständig. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

Ich gebe Euch also heute im Namen der Liebe mit auf dem Weg: Erzieht Euch selbst zu einem wirklich liebevollen Menschen, überwindet die Eifersucht, bleibt im Vertrauen. Hände vom vom Smartphone Eures Partners!

Alles Liebe, Eure Birgit

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