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Eierstockzyste: Wann das Geschwür gefährlich wird

Eierstockzysten: Gefährlich oder harmlos
Zysten oder tumorartige Geschwüre können sich in der Gebärmutter, in den Eierstöcken oder auch im kleinen Becken bilden. © Udo Kroener - Fotolia

Eierstockzysten: Wie entstehen sie?

Nach dem Besuch beim Gynäkologen verliert so manche Frau schon mal die Nerven. Grund für die Nervosität: Befund Eierstockzyste. Doch keine Panik, erst einmal tief durchatmen, denn in 98 Prozent der Fälle ist die Zyste harmlos und verschwindet auch wieder von alleine.

Was sind Eierstockzysten und was sind die Ursachen?

Zysten oder tumorartige Geschwüre können sich in der Gebärmutter, in den Eierstöcken oder auch im kleinen Becken bilden. Nicht immer sind sie schmerzhaft oder bösartig und nicht immer müssen sie unbedingt entfernt werden - aber in jedem Fall sollte ein Facharzt darüber entscheiden. Daher empfiehlt es sich, regelmäßige Kontrollbesuche beim Frauenarzt fest einzuplanen.

Tumor bedeutet wörtlich übersetzt Schwellung, ohne dass damit die Art der Schwellung benannt wird. Mit dem Begriff Tumor können im Allgemeinen Entzündungen, Geschwulste, Ödeme oder Zysten gemeint sein. Als Zyste bezeichnet man also eine bestimmte Tumorform. Zysten sind Hohlräume im Gewebe, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Wenn Sich eine solche Zyste am Eierstock bildet nennt man das Ovarialzyste oder eben Eierstockzyste.

Eine Eiserstockzyste kann entweder durch die normale Veränderung während des Zyklus entstehen, dann bezeichnet der Arzt diese als funktionell. Oder sie entstehen ganz unabhängig von der eigentlichen Funktion des Eileiters, dann werden sie als Retentionszysten bezeichnet.

Funktionelle Zysten sind relativ häufig und meist gutartig. Bei geschlechtsreifen Frauen treten funktionelle Zysten vor allem kurz nach der Pubertät oder vor den Wechseljahren auf. Ursachen für ihre Entstehung können neben den normalen zyklusabhängigen Hormonschwankungen (Follikelzysten) an den Eierstöcken sowie den Nebenwirkungen einer Hormontherapie (Corpus-luteum-Zysten) sein. Weitere Ursachen können eine Endometriose aber auch eine Schilddrüsenerkrankung oder Funktionsstörungen der Nebennierenrinde sein.

Symptome für Eierstockzysten

Oft bleiben Eierstockzysten unbemerkt, da sie sehr klein sind und keine Symptome verursachen. In der Regel werden sie dann in einer Routineuntersuchung entdeckt. Größere Zysten hingegen können folgende Symptome verursachen:

  • Zyklusstörungen (Ausbleiben der Periode oder sehr starke Periode)
  • Unterleibsschmerzen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Häufiger Harndrang

Eierstockzysten: Verschiedene Arten unterscheiden

Follikelzysten:

Die Follikelzyste tritt am häufigsten auf, vor allem bei jungen Frauen. Sobald die Regel bei Mädchen einsetzt, bildet sich einmal monatlich ein Eibläschen (Follikel) im Eierstock, in dem die Eizelle heranreift. Beim Eisprung platzt der Follikel bei einer Größe von etwa 15 bis 25 Millimetern und spült die Eizelle heraus. Wenn kein Eisprung stattfindet, kann der Follikel erhalten bleiben, dabei produziert er Flüssigkeit. Wächst der Follikel dann weiter, entsteht daraus eine Follikelzyste.

Corpus-luteum-Zysten:

Eine weitere Eierstockzyste ist die Gelbkörperzyste. Nach dem erfolgreichen Eisprung, wandelt sich der Follikel in den Gelbkörper (Corpus luteum) um. Der Gelbkörper bildet die Hormone Östrogen und Progesteron. Wird die Eizelle befruchtet, bleibt der Gelbkörper die ersten drei Monate der Schwangerschaft dadurch erhalten. Findet keine Befruchtung statt, wird er abgebaut, was zur Menstruationsblutung führt. Es kommt aber vor, dass er sich stattdessen durch Einblutung vergrößert und eine Gelbkörperzyste bildet.

Luteinzysten:

Häufig entstehen während der Therapie von Unfruchtbarkeit Luteinzysten aus dem Gelbkörper (Corpus luteum). Durch die Gabe von bestimmten Hormonen soll die Reifung von Eizellen im Eierstock angeregt werden. Eine Nebenwirkung dieser Therapie ist die Bildung von Luteinzysten. Allerdings kann auch durch eine Erkrankung eine ungeplante Produktion von Schwangerschaftshormonen einsetzten, wodurch diese eher seltene Eierstockzysten-Form entsteht.

Endometriosezysten:

Als Endometriosezysten bezeichnet man Teile der Gebärmutterschleimhaut, die sich abgesetzt haben, aber dann an anderen Stellen weiter wachsen, beispielsweise im Bereich der Eierstöcke und Eileiter. Diese Schleimhautstücke sollten eigentlich durch die Menstruation nach außen getragen werden. Da das Blut aber dann nicht mehr abfließen kann, können sich Zysten an den Eileitern bilden, die auf Grund ihrer Farbe „Schokoladenzysten" genannt werden.

Polyzystische Ovarien:

Manche Frauen produzieren überdurchschnittlich stark männliche Hormone, diese Stellen den weiblichen Zyklus dann ziemlich auf den Kopf. Dabei wachsen gleich mehrere Follikel in beiden Eierstöcken heran, entwickeln sich dann aber nicht weiter. Auch bei Patientinnen mit Diabetes mellitius kann die Insulinresistenz die Bildung von polyzystischer Ovarien fördern.


Welche Komplikationen gibt es bei Eierstockzysten?

Die Zyste platzt

In den meisten Fällen sind Eierstockzysten kein Grund zur Besorgnis, da sie meistens gutartig sind. Doch in sehr seltenen Fällen (unter zehn Prozent) kann die Zyste platzen. Dabei können gefährliche innere Blutungen entstehen. Symptome für eine geplatzte Zyste sind starke Schmerzen im Unterbauch.

Stieldrehung

Bei der sogenannten Stieldrehung kann sich die Zyste um die eigene Achse drehen und dabei Blutgefäße, die die Eierstöcke versorgen unterbrechen beziehungsweise abreißen. Sie wird meist durch ruckartige Bewegungen ausgelöst. In diesem Fall muss eine sofortige Notoperation durchgeführt werden. Symptome einer Stieldrehung sind starke Schmerzen, Übelkeit bis hin zum Erbrechen, Schweißausbrüche und ein schneller Puls.

Bösartige Entartung

Eierstockzysten können sich zu Krankheiten wie zum Beispiel Eierstockkrebs entwickeln heißt es auf dem Medizinportal frauenaerzte-im-netz.de, daher sei eine regelmäßige Untersuchung durch einen Arzt notwendig, bis die Zyste vollkommen zurückgebildet sei.

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