Ehrenmord: Zehnjährigem Mädchen droht Tod nach Vergewaltigung

Ehrenmord: Zehnjährigem Mädchen droht Tod nach Vergewaltigung
Der zehnjährigen Brishna droht der "Ehrenmord" (Symbolbild) © picture alliance / ZUMAPRESS.com, Ahmad Kamal

Die eigene Familie will sie ermorden

Brishna aus der Provinz Kunduz in Afghanistan hat mit ihren zehn Jahren bereits das wohl schrecklichste Erlebnis ihres Lebens durchgemacht. Sie wurde vergewaltigt - von einem Mullah, einem islamischen Religionsgelehrten. Doch nun droht Brishna ein noch schlimmeres Schicksal: Ihre Angehörigen wollen sie umbringen, wie die Menschenrechtsorganisation 'Amnesty International' berichtet.

Nach dem brutalen Verbrechen wurde Brishna in einem Krankenhaus aufgenommen, wo die Frauenrechtsorganisation 'Women for Afghan Women' sich um sie kümmerte und ihr danach in einem Frauenhaus Zuflucht bot. Der Mullah, der das zehnjährige Mädchen vergewaltigt hatte, wurde gefasst und sitzt in einem Gefängnis in Kabul, wo er auf seine Verurteilung wartet.

In Sicherheit ist Brishna damit jedoch nicht. Denn nach einigen Wochen im Frauenhaus holte die Polizei das Mädchen wieder ab und brachte sie zurück zu ihrer Familie. Dr. Hassina Sarwari, die Leiterin des Frauenhauses von 'Woman for Afghan Women', begleitete Brishna und erfuhr von ihrer Tante, dass männliche Familienangehörige planten, Brishna zu töten und in einen Fluss zu werfen.

'Amnesty International' ruft zur Unterstützung auf

In Afghanistan gilt das als "Ehrenmord", denn die vergewaltigten Frauen und Mädchen bringen Schande über die eigene Familie. Das Gesetz in Afghanistan lässt bei diesen Ehrenmorden meist mildernde Umstände gelten, wodurch die Mörder höchstens zwei Jahre Gefängnisstrafe erhalten. Rund 5.000 Mädchen und Frauen werden laut eines UN-Berichts jedes Jahr durch solche und ähnliche Vorfälle ermordet.

'Amnesty International' ruft nun dazu auf, etwas gegen dieses Unrecht zu tun. Per Brief oder E-Mail solle man den afghanischen Staatspräsidenten, den Justizminister und die afghanische Botschaft dazu auffordern, Brishna zu schützen und "Ehrenmorde" künftig härter zu bestrafen. Hoffentlich ist es für Brishna noch nicht zu spät.

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